Fehldiagnosen Teil 1/5: Irrsinn ansteckend?


Im Kindergarten spielen, zu Hause von Großmutter verwöhnt werden, einen kleinen Streit um die neue Puppe mit der Schwester führen… welch eine herrliche Kindheit. Nach diesen sorglosen Tagen sehnen sich viele Erwachsene. Aber diese Idylle kann plötzlich auf den Kopft gestellt werden: von einem Tag auf den anderen wird das süße, freundliche Kind zu einem depressiven Bipolaren!

Der totale Umbruch in der Familie

Zur Frühlingszeit herrscht grundsätzlich Aufbruchstimmung: der Winter ist vorbei, die Natur erwacht wieder zum Leben, die Tage werden endlich länger. Allerdings war ein derartiger Umbruch im Leben einer kleinen Familie nicht das, was der Frühling ihnen versprach. Der Kleine war zwar scheu, aber lächelte jedem an. Wie jeder 3 Jährige brauchte er nicht viel um glücklich zu sein. Doch plötzlich hat er eines Tages angefangen zu grölen. Darauf folgte ein stundenlanger Wutanfall. Eltern und Freunde im Kindergarten wurden laut tobend angeschrien und danach dumpf stumm angestarrt.

„Was ist mit dem Kind los?“ „Ich weiß es nicht.“

Dreijährige haben manchmal Wutausbrüche. ‚Das ist nur eine Phase.‘ Was Phasen charakterisiert ist aber, dass sie irgendwann mal ein Ende haben. Aber es wurde nur noch schlimmer. Mit vier Jahren hatte er die anderen Kinder mit seinen Schrei- und Wutanfällen verfremdet. Mit fünf Jahren ergriff dem Kleinen die Angst vor dem Tod. Ein Antidepressiv wurde verschrieben: Medikamente die normalerweise an Erwachsene verschrieben werden. Jedes Mal wenn dem Kind der Tod in die Gedanken kam, stieß er seinen Kopf voller Wucht gegen die Wand oder ein Tisch um die Gedanken zu vertreiben.

Als Dreijähriger mit Wutanfällen angefangen, als Fünfjähriger von der Angst vor dem Tod geplagt: ein normales Leben war ausgeschlossen. Der Kleine wollte nicht mehr fotografiert werden. Versuchten es die Eltern fing er an zu schreien. Das darauf folgende stumme Anstarren wirkte verfremdend. Nach zwei Jahren konnten die Eltern ihren Sohn nicht wiederkennen. Vor ihnen stand eine vollkommen andere Person…

Warum wird einem Kind nicht geholfen?

Der Untergang eines Schiffes kann nur verhindert werden, wenn das Leck repariert wird. Aber zuerst muss festgestellt werden, wo das Leck überhaupt ist! Genau vor diesem Problem standen die Ärzte die den Kleinen untersucht haben. Die Eltern haben ihn vor Kinderärzten, Neurologen, Psychologen und Psychiater gebracht. Nach jeder Untersuchung lautete die Diagnose eine andere. Die Fehldiagnosen häuften sich.

Es gibt eine Reihe von pädiatrischen Krankheiten die den Kleinen hätten befallen können. Vielleicht hilf da der Kinderarzt?  Allerdings könnte es sich auch um eine Psychose handeln. Ist das Kind wütend oder gegenüber den Eltern trotzig? Ein Psychologe könnte mit einer Therapie möglicherweise helfen. Aber Schizophrenie kann auch Kinder betreffen. Der Psychiater soll gerufen werden. Oder der Neurologe?

Die Suche nach der Nadel im Heuhaufen

Alle haben versucht zu helfen. Ein Blick in das Gesicht des Kindes reicht, um ihn helfen zu wollen, ob er nun einem anschreit oder anstarrt. Aber wie? Es gibt tausende von Krankheiten die unterschiedliche Ursachen haben, unterschiedlich behandelt werden müssen und die alle in Betracht kommen. Welche plagt den Kleinen?

Jede Heilung setzt eine richtige Diagnose voraus. Diese zu erhalten ist jedoch nicht einfach. Fehldiagnosen können dazu führen, dass das Leben der Kranken sich in eine endlose Suche nach der Wahrheit verwandelt. Nach jedem Arztbesuch, nach jeder Diagnose blüht erneut die Hoffnung auf, nur um nach dem Scheitern der Medikamente und der Behandlung zerstört zu werden.

Zuerst die Diagnose, dann die Behandlung

Für alle Krankheiten die diagnostiziert wurden gibt es eine Behandlung. Das nützt ihm aber nichts, wenn man nicht weiß, an welche Krankheit er leidet. Das Problem ist nicht ein mangelndes Heilmittel, sondern die Fehldiagnose.

Die Fortsetzung dieser Serie finden Sie hier:

Fehldiagnosen Teil 2/5: Das Problem das alle betrifft

Fehldiagnosen Teil 3/5: Wie das Problem bewältigt werden kann

Fehldiagnosen Teil 4/5: Die Nadel im Heuhaufen finden

Fehldiagnosen Teil 5/5: Das Licht am Ende des Tunnels

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