Pillen: Immer mehr Doping am Arbeitsplatz


Allein in Baden Württemberg greifen rund 746.000 Beschäftige zu rezeptpflichtigen Medikamenten, um Ihre Leistungsfähigkeit zu steigern oder den Stress abzubauen. Die Fehlzeiten anhand von psychischen Erkrankungen sind laut aktuellem Gesundheitsreport der DAK um neun Prozent gestiegen. Wobei der Krankenstand stets bei etwa drei Prozent blieb. Der Bundesdurchschnitt liegt dabei bei knapp vier Prozent. Am wenigsten Krankenstände lassen sich im Südwesten des Landes feststellen.

Weniger Fehlzeiten im Südwesen

Dabei wurden vom IGES Institut sämtliche Fehlzeiten der erwerbstätigen DAK Mitglieder im Südwesten ausgewertet. Zusätzlich wurden 5000 Arbeitnehmer im Alter von 20 bis 50 Jahren dazu befragt. Anhand dieser Befragung stellte sich heraus, dass 7,5 Prozent aller Berufstätigen schon einmal zu leistungssteigernden oder stimmungsaufhellenden Medikamenten gegriffen haben.

Um die 100.000 Menschen sollen sogar regelmäßig Hirndoping betrieben haben. Diese nutzen dafür Mittel wie Antidepressiva, Wachmacher, Betablocker oder ADHS. Medikamente. Die Zahl der DAK Versicherten in Baden Württemberg, die Methylphenidat verschrieben bekamen, hat zwischen 2011 und 2013 um 73 Prozent zugenommen.

Rund jede zehnte Versicherte soll dieses Medikament bekommen haben, obwohl die Kasse in den Behandlungsdaten keinen Hinweis auf eine ADHS-Erkrankung finden konnte. Laut der DAK Gesundheit gebe es bei der Verschreibung dieser Medikamente eine „Grauzone“.

Mehreren Meinungen zufolge sind besonders Erwerbtätige mit einfachen oder unsicheren Jobs solche, die zu Dopingmittel greifen. Führungskräfte seien angeblich nicht davon betroffen.

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