Perchlorat in Gemüse und Obst: Behörden suchen nach Ursachen


Nach dem „Markt“ über Perchlorat in Obst und Gemüse berichtet hatte, suchen die Behörden nun nach den möglichen Ursachen. Unter Umständen könnte der Stoff über das Düngemittel in das Obst und Gemüse gelangt sein.

Wie wir in jüngster Vergangenheit berichteten hatten, hat das NDR- Magazin „Markt“ in Obst- und Gemüse das Arzneimittel Perchlorat nachgewiesen. Nun haben die Behörden ihre Arbeit aufgenommen und suchen nach den möglichen Ursachen.

Perchlorat hemmt die Jodaufnahme

Bereits am Dienstag verkündete das Bundesverbraucherministerium, dass es die Länder und Wirtschaft aufgerufen hätte, verstärkte Kontrollen und unter Umständen auch weitere Maßnahmen durchzuführen. Außerdem seien in der Zwischenzeit die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union und die Europäische Kommission informiert wurden, das sich die Vorfälle nicht auf bestimmte Gebiete begrenzen ließen.

Perchlorat wird auch als Medikament gegen Schilddrüsenüberfunktion verwendet und hemmt die Jodaufnahme im menschlichen Körper. Das Magazin „Markt“ hatte am Montag von kontaminierten Gemüse von Supermärkten, Discountern und Wochenmärkten berichtet. 17 Obst- und Gemüsesorten wurden in einem Labor untersucht und in fast jeder Probe konnte der Stoff nachgewiesen werden.

Über Düngemittel ins Obst gelangt?

Außerdem wurde die Höchstmenge, die vom Bundesinstitut für Risikobewertung festgelegt wird, gleich drei Mal überschritten. Doch nicht nur in dem Obst und dem Gemüse wurde Perchlorat nachgewiesen, auch in einigen Düngemittel war der Stoff zu finden, erklärte das Ministerium weiter. Daher könnte das Perchlorat über das Düngemittel in das Obst gelangt sein, so die Experten.

Die genaue Ursache bleibt aber weiterhin unklar. Eine weitere Möglichkeit: Perchlorat lagert sich auch auf Oberflächen mit Staub ab. Wenn sie im Wasserkreislauf nicht abgebaut werden, können sie sich anreichen. Das Fatale: Perchlorat kann von Obst und Gemüse nicht abgewaschen werden und verflüchtigt sich auch nicht beim Kochen.

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