Organspende: Hirntod-Diagnosen teilweise fehlerhaft


Ein erneuter Organspendeskandal erschüttert Deutschland. Dieses Mal sollen Organe von Menschen entnommen worden sein, wo noch keine Diagnose vom Hirntod vorlag. Doch die Stiftung Deutscher Organtransplantation bestreitet das und erklärt, dass keine Organe von lebenden Menschen entfernt wurden.

Die deutschen Spenden immer weniger Organe. Ihr Vertrauen scheint durch die Skandale erschüttert zu sein. Nun gibt es wieder Neuigkeiten über die Organspende, leider wieder schlechte Nachrichten: Grund dafür ist ein Bericht über Hirntod- Diagnosen bei Spendern, die nicht den Regeln entsprochen haben sollen.

2000 Menschen sterben jährlich an Hirntod.

Die Stiftung Deutscher Organtransplantation wiederspricht aber dem aktuellen Bericht. So sollen in den letzten drei Jahren mindestens 10 Patienten von Medizinern für Hirntod erklärt worden sein. Allerdings weichen diese Diagnosen von geltenden Richtlinien ab, wie es in dem Bericht heißt. Allerdings wurden auf keinen Fall keine Organe von den lebenden Patienten entnommen, so die Stiftung.

Nach aktuellen Angaben sollen die Mediziner nach der Todesfeststellung darüber gestritten haben, wie der Hirntod richtig zu bestimmen ist. Außerdem sollen Totenscheine auch hinterher kopiert worden sein. Offensichtlich waren die betroffenen Mediziner in Hinblick auf den Hirntod nicht ausreichend ausgebildet. Pro Jahr sterben in Deutschland etwa 2000 Menschen an Hirntod.

Kontrollfunktion nur teilweise fehlgeschlagen

Ist ein Patient für Hirntod erklärt, dürfen ihm die Organe entnommen werden, wenn er der Organspende im Vorfeld zugestimmt hat. Als Einwilligung zählt zum Beispiel der Organspendeausweis. Laut der Stiftung ist dieser Bericht weit überzogen. So spricht die Stiftung davon aus, dass überall Fehler gemacht werden, auch in der Transplantationsmedizin. Nur in zwei Fällen soll es zu einer Organentnahme gekommen sein, so die Stiftung weiter.

In den anderen Fällen hat die Kontrollfunktion funktioniert. Aber auf keinen Fall wurden bei lebenden Patienten Organe entnommen, versichert die Stiftung. Daher kann auch nicht das komplette System in Frage gestellt werden, betonte die Stiftung. Zudem sind die aufgezählten Fälle bereits aufgeklärt.

Auch ein Kleinkind betroffen

Ein Fall soll sich auch um ein Kleinkind drehen, bei dem die Organe entnommen wurden, obwohl noch keine Diagnose über den Hirntod vorlag. In acht weiteren Fällen seien die Fehler noch rechtzeitig erkannt worden, bevor eine Organentnahme durchgeführt werden konnte.

Dieser erneute Skandal wird sicher wieder dafür sorgen, dass die Organspendezahlen noch weiter zurückgehen. Daher bleibt nur abzuwarten, ob sich in den kommenden Monaten und Jahren wieder mehr Menschen entscheiden, ihre Organe nach dem Tod zu senden. Denn immerhin können durch Organspende Leben gerettet werden.

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