Notfallspritze Anapen: Nach Rückruf rät Behörde zum Austausch


Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte warnt vor der Notfallspritze „Anapen“. Laut Angaben des Herstellers sollen einige Spritzen nur teilweise oder gar keinen Effekt auf den anaphylaktischen Schock haben. Allergiker sollen sich deshalb ein Ersatzmedikament besorgen, rät das Bundesinstitut.

Allergiker müssen immer wachsam sein, denn durch einen anaphylaktischen Schock, die schwerste aller allergischen Reaktionen, kann ihr Leben bedroht sein. Im schlimmsten Fall kann bei einem anaphylaktischen Schock der Kreislauf zusammenbrechen und es können sich im Körper gefährliche Ödeme bilden. Aus diesem Grund haben Allergiker immer ein Notfallset dabei.

Zwei Fertigspritzen betroffen

Nur funktionieren sollte es auf jeden Fall. Doch nun warnt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte vor der Notfallspritze „Anapen“. Das Bundesinstitut rät den Schwerallergikern diese Adrenalinspritze gegen ein anderes geeignetes Medikament auszutauschen. Unter Umständen könnte die Spritze fehlerhaft sein, wie der Hersteller der Spritze in einem Rückruf erklärte.

Der Hersteller Lincoln Medical Limeted hatte im Mai dieses Jahres in einen so genannten Rote-Hand-Brief die defekten Adrenalinspritzen zurückgerufen, wie das Bundesinstitut weiter erklärte. Nach aktuellen Angaben sind mehrere Produkte von dem Rückruf betroffen: „Anapen 300 µg Adrenalin in 0,3 Mililiter Injektionslösung“ (Fertigspritze) und „Anapen Junior 150 µg Adrenalin in 0,3 Milliliter Injektionslösung“ (ebenfalls Fertigspritze).

33.000 Spritzen in 2010 verkauft

Das Bundesinstitut rät den Allergikern die Adrenalinspritzen aber weiter mit sich zu führen, bis ihnen der behandelnde Arzt ein neues Medikament verschrieben hat und der Apotheker ihnen dies auch ausgehändigt hat.

Bei den besagten Produkten besteht laut dem Bundesinstitut die Möglichkeit, dass die Adrenalinlösung nicht ausreichend oder gar keine Wirkung zeigt. Somit kann der Schockzustand des Allergikers nicht ausreichend behandelt werden. Wie viele Allergiker in Deutschland betroffen sind ist noch nicht bekannt, im Jahr 2010 wurden aber 33.000 dieser Spritzen verkauft.

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