Tropische Mücken bringen Gefahren


Durch den Klimawandel steigen auch in Österreich die Temperaturen. Wenn auch nur um wenige Grad in den letzten Jahren reicht es dennoch um tropischen Mückenarten das Überleben zu ermöglichen. Diese verursachen nicht wie die heimischen Mücken ein unangenehmes Jucken sondern übertragen gefährliche Krankheiten.

Wer kennt es nicht? Man sitzt abends auf der Veranda oder schläft mit offenem Fenster. Die Folgen sind Mückenstiche. Zwar jucken sie fürchterlich, aber man weiß ohne Kratzen ist schnell wieder alles gut. Diese Vorstellung könnte sich aber bald ändern, denn in den letzten Jahren versuchen sich neue Mückenarten im Mittel- und Südeuropäischen Raum anzusiedeln. Die gefährlichsten unter ihnen sind die asiatische Buschmücke und die Tigermücke.

Tropische Mückenarten übertragen gefährliche Krankheiten

Die asiatische Buschmücke ist dazu im Stande den West-Nil-Virus zu übertragen, welcher das West-Nil-Fieber auslöst. In einem von fünf Infektionen erscheinen Grippe ähnliche Symptome. Bei einem unter 150 Fällen ist das zentrale Nervensystem beteiligt, was zum Tod führen kann.

Die Tigermücke im Gegenzug überträgt das Dengue- und das Chikungunya-Fieber. Diese verursachen schwere Gelenksschmerzen und Fieberschübe. Das Krankheitsbild verschlechtert sich bei mehrmaliger Infektion und kann ebenfalls zum Tod führen. All diese Krankheiten lassen sich nur symptomatisch behandeln und es gibt keine Impfungen gegen sie.

Mücken werden vor allem durch den Handel eingeschleppt

Einschleppt werden die Mücken vor allem durch den Handel. Glücksbambus aus Asien beziehungsweise Autoreifen, die hier geschreddert und für den Straßenbau verwendet werden, tragen häufig Schuld. Sobald die Mücken hier sind, können sie sich durch die gegebenen Klimaverhältnisse ungestört vermehren. Mückenweibchen können bis zu 300 Eier in ein stehendes Gewässer legen. So lassen sich in einer Waldlacke schon einmal 100.000 Larven finden. Mückeneier können aber auch über einen längeren Zeitraum unter schlechten Verhältnissen überdauern, wodurch es den Stechmücken möglich ist auch den kalten Winter in Mitteleuropa zu überleben.

Vorbeugung gegen die Infektionskrankheiten ist kaum möglich

Eine Tiger- oder Buschmücke allein verursacht noch keine Infektion, denn die Tiere tragen das Virus nicht von vornherein in sich. Zuerst müssen sie jemanden stechen, der diesen Virus zum Beispiel aus dem Urlaub oder von einer Geschäftsreise einschleppt. So entstehen meistens nur kleine, regionale Ausbrüche, die jedoch schnellst möglich einzudämmen sind. Um sich gegen gefährliche Infektionskrankheiten zu schützen versuchen Forscher Tigermücken mit dem sogenannte Wolbachia-Bakterium zu infizieren, welches die Entwicklung des Dengue-Viruses in der Mücke verhindert. Dieses Bakterium würde dann auch an die folgenden Generationen weitergegeben werden. Momentan liegt das Ziel jedoch noch darin die Verbreitung der fremden Mückenarten in Mitteleuropa zu stoppen.

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