Zweiter Fall von MERS auf den Philippinen bestätigt


Nach Südkorea hat sich das MERS Virus nun auch auf den Philippinen ausgebreitet. Am Montag wurde die zweite Infektion bestätigt. Es handelt sich um einen Mann, der sich zuvor in Saudi-Arabien aufgehalten hatte.

Wie Gesundheitsministerien Janette Garin gestern, Montag, mitteilte, wurde der zweite Fall einer MERS Infizierung auf den Philippinen bestätigt. Demnach wurde ein 36-jähriger Mann positiv auf das Virus getestet. Wie schon in den Fällen zuvor hat auch er sich auf der arabischen Halbinsel aufgehalten und hatte Reisen nach Dubai und Saudi-Arabien unternommen. Seine Nationalität sei noch ungeklärt. Der Mann wurde bereits unter Quarantäne gestellt und befindet sich auf dem Weg der Besserung.

Laut Garin wurden auch alle Personen, die in näherem Kontakt mit dem Erkrankten gekommen waren, verständigt und sieben von ihnen stehen ebenfalls unter Quarantäne. Wie Spiegel Online berichtet zeige eine junge Philipinerin leichte Krankheitssymptome, ob sie sich aber mit MERS infiziert hat, konnte noch nicht geklärt werden. Man warte noch auf die Testergebnisse, heißt es aus Manila.

Der erste bekannte Krankheitsfall auf den Philippinen ereignete sich im Februar und betraf eine schwangere Krankenschwester, die ebenfalls aus Saudi-Arabien zurückgekehrt war. Mittlerweile habe sie sich völlig von der Krankheit erholt, sagte Janette Garin.

Lage in Südkorea

Währenddessen kämpft Südkorea gegen eine weitere Ausbreitung des Virus. Die Zahl der Neuinfektionen geht zwar zurück – laut der Weltgesundheitsorganisation WHO waren es zwischen 1. und 3. Juli zwei – dennoch hält die Regierung die Vorsichtsmaßnahmen aufrecht. Ende Juni verschärfte Südkorea die Gesetze im Kampf gegen das Virus massiv. So drohen Patienten hohe Strafen, sollten sie nicht die Wahrheit über ihre Krankheit sagen. Falschaussagen können mit bis zu 16 000 Euro oder zwei Jahren Gefängnis geahndet werden. Des Weiteren wurde die Bewegungsfreiheit von über 2 000 Menschen eingeschränkt. Menschen, die offiziell unter Quarantäne gestellt wurden, werden mithilfe von Mobilfunktechniken überwacht, damit diese auch eingehalten wird.

Mittlerweile hat sich die Lage etwas entspannt. Wie die südkoreanische Zeitung „The Korea Herald“ berichtet, ist heute, Dienstag, der zweite Tag in Folge ohne Neuinfektionen. Gesamt gab es in Südkorea seit dem Ausbruch im Mai dieses Jahres 184 bestätigte Fälle, 33 davon führten zum Tode.

Übertragung und Krankheitsverlauf

Das Middle East Respiratory Syndrom, Mittlerer-Osten-Atemwegssyndrom, bezeichnet eine Atemswegerkrankung, ausgelöst durch das MERS-Coronavirus. Dies wiederum gehört zur Gruppe der RNA Viren, so werden Viren bezeichnet, die ein Ribonukleinsäure Genom als gemeinsames Strukturelement aufweisen. Es handelt sich dabei um eine Infektionskrankheit. Die Infektionsquelle sind nach neuesten Forschungen wahrscheinlich Kamele und Fledermäuse, da der MERS-Virus eng mit den bei Fledermäusen vorkommenden Coronaviren verwandt ist. Enger Kontakt mit Kamelen lag in einigen der Erkrakungsfällen vor, und im Blutserum von Kamelen fand man auch Antikörper gegen das Virus.

Übertragen wird das Virus durch Tröpfcheninfektion. Durch die schnelle Ausbreitung vermuten Wissenschafter, dass es von Mensch zu Mensch auch direkt übertragen wird. Dies ist jedoch eher selten der Fall. Symptome zeigen sich meist erst nach 12 Tagen. Dazu gehören Fieber, Husten und Erbrechen, meist verläuft die Krankheit schwer und führt zu Nierenversagen oder Lungenentzündung.

Seit dem ersten Aufkommen der Krankheit 2012 in Saudi-Arabien gab es weltweit laut Informationen der WHO 1 365 bestätigte Erkrankungsfälle. 487 Menschen starben in der Folge einer Infektion.Laut dem Robert Koch Insitut wurden alle bisherigen Fälle mit der arabischen Halbinsel assoziiert. Auch in Deutschland gab es bisher drei bestätigte Fälle, in allen wurde das Virus von der arabischen Halbinsel eingeschleppt.

Eine Reisewarnung besteht aufgrund der Krankheit nicht. Die WHO empfiehlt jedoch allen, die eine Reise auf die arabische Halbinsel unternehmen, den Kontakt zu Dromedaren zu vermeiden und auch keine Dromedar-Produkte zu verwenden oder zu verzehren. Bei einer Grunderkrankung wie Diabetes wird empfohlen vor Reiseantritt einen Arzt zu konsultieren, bei Erkrankungen der Atemwege oder Fieber sollte man die Reise besser verschieben

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