MDK: Mehr als 4000 Behandlungsfehler in 2011 nachgewiesen


Im vergangenen Jahr wurden mehr als 12.000 Anträge wegen Behandlungsfehlern gestellt. Mehr als 4000 Fälle wurden durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) bestätigt. Experten sehen die Dunkelziffer für Behandlungsfehler allerdings noch deutlich höher.

Viele Menschen lassen sich äußerst ungern operieren, das liegt in erster Linie auch an den Behandlungsfehlern. Allein im vergangenen Jahr wurden mehr als 4000 Behandlungsfehler in Kliniken und Arztpraxen festgestellt. Experten erklärten, dass mindestens ein Drittel der Vorwürfe berechtigt seien. Am meisten sind Chirurgen von Behandlungsfehlern betroffen.

32 Prozent der Verdachtsfälle bestätigt

Im vergangenen Jahr ging der Medizinische Dienst der gesetzlichen Krankenkassen 12.500 Verdachtsfällen von Behandlungsfehlern nach. In jedem dritten Fall, also gut 32,1 Prozent, bestätigte sich der Verdacht. Insgesamt hat der Medizinische Dienst der Krankenkassen 4070 Behandlungsfehler nachgewiesen. So der MDK in einer Stellungnahme.

Der größte Teil der Vorwürfe, etwa zwei Drittel, richten sich gegen Kliniken und Krankenhäuser. Der Rest gegen niedergelassene Ärzte. Am häufigsten wurden Chirurgen Behandlungsfehler unterstellt, wie es weiter hieß. Die meisten bestätigten Fälle von Behandlungsfehlern gab es laut MDK allerdings in der Pflege, Zahnmedizin, Geburtshilfe und Gynäkologie. Das erlaube aber keineswegs Rückschlüsse auf die Behandlungsqualität.

Dunkelziffer deutlich höher

In den Kliniken und Krankenhäusern gehen die meisten Behandlungsfehler auf Knie- und Hüftgelenksoperationen zurück. Der Patientenbeauftragte der deutschen Bundesregierung Wolfgang Zöller von der CSU erklärte: „Jeder Behandlungsfehler ist einer zu viel“. Die Grünen- Politikerin Maria Klein- Schmeik schätzt die Dunkelziffer von Behandlungsfehlern noch deutlich höher.

Hier fehlt auch weiterhin eine lückenlose Transparenz, erklärte die Grünen- Politikerin, die auch Sprecherin für Prävention und Patientenrechte ist. Sie forderte die Bundesregierung indirekt dazu auf, das Patientenrechtsgesetz zu überarbeiten.

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