Masernerkrankungen haben sich verzehtfacht


Angesichts der Impfmüdigkeit der Deutschen steigt auch die Zahl der Masernerkrankungen sprunghaft an. Allein bis zum September dieses Jahres hat sich die Zahl der Erkrankungen schon verzehnfacht im Gegensatz zum letzten Jahr.

Schon des Öfteren haben wir über unzureichenden Impfschutz gegen Masern in Deutschland berichtet. Nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene sind nicht ausreichend gegen die hochansteckende Krankheit geimpft. Die Folge dieser Impfmüdigkeit: Die hochansteckende Krankheit verbreitet sich schneller aus und lässt die gemeldeten Erkrankungsfälle rasch in die Höhe schnellen.

Bis zum September dieses Jahres wurden bereits 1542 Ansteckungen mit Masern registriert, wie das Bundesgesundheitsministerium jetzt erklärte. Damit liegt die Zahl der gemeldeten Masernansteckungen schon jetzt über den Wert des vergangenen Jahres. Im vergangenen Jahr gab es lediglich 165 Fälle von Masern.

Besonders viele Erkrankungen 2001 und 2006

Allerdings schwanken die Zahlen zwischen den Jahren sehr stark, so gab es im Jahr 2011 zum Beispiel 1608 gemeldete Fälle von Masern und 2010 etwa 780 Fälle. In den Jahren zuvor waren die gemeldeten Fälle auch dreistellig. Ungewöhnlich viele Masernerkrankungen gab es in den Jahren 2006 und 2001.

Im Jahr 2006 wurden 2300 Masernansteckungen gemeldet und 2001 sogar gut 6000 Fälle. Die Hochburg für Masernerkrankungen ist in diesem Jahr im Freistaat Bayern. Hier wurden bis September bereits 760 Masernerkrankungen gemeldet. Auf den weiteren Plätzen folgen Berlin mit 487 Erkrankungen und NRW mit 122 Masernerkrankungen.

Impfung kann nachgeholt werden

Angesicht des drastischen Zuwachses wurde bereits im Sommer über eine Impfpflicht diskutiert. Die Bürger Deutschland sollten sich bewusst sein, dass nur eine Impfung gegen Masern einen ausreichenden Schutz bietet. Für Kinder ist die Impfung zwischen dem elften und 23 Lebensmonat empfohlen. Bei Masern ist allerdings eine Doppelimpfung nötig, eine einfache Impfung reicht nicht aus.

In diesem Zeitraum sollte allerdings nicht nur eine Impfung gegen Masern, sondern auch gegen Mumps und Röteln erfolgen. Nachholen können diese Impfungen auch alle nach 1970 geborene Erwachsene, alle über 18 Jährige oder diejenigen die in ihrer Kindheit nur eine Impfung erhalten haben.

Den jüngsten masern- Ausbruch gab es in Jena. Die Behörden der Stadt sprechen in der Zwischenzeit von 10 bestätigten Fällen. Fünf von ihnen sollen sich an der Jenaplanschule zugetragen haben. Auch drei weitere Verdachtsfälle in Arztpraxen haben sich in der Zwischenzeit bestätigt. Die durchschnittliche Durchimpfungsrate liegt an der Schule mit 68 Prozent deutlich unter dem Durchschnitt von 85 Prozent.

Ein Kommentar
  1. meyer206@web.de'

    Annegret Meyer

    7. Oktober 2014 at 21:11

    Das kann man jetzt glauben, muss man aber nicht.

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