Männermangel: Immer weniger Medizinstudenten wollen Chirurg werden


Dass es in Deutschland den Ärztemangel gibt ist bekannt, doch ganz besonders groß ist die Sorge um den Nachwuchs in der Chirurgie. So kommen immer mehr Frauen in den Männerberuf. Zudem entscheiden sich immer weniger Medizinstudenten für den Beruf des Chirurgen. Doch einige Image- Kampagnen sollen den Beruf des Chirurgen jetzt aufpolieren.

Es gibt in Deutschland offensichtlich immer weniger Chirurgen. Besonders bei den Männern gibt es Nachwuchssorgen, so kommen in der Zwischenzeit auf einen männlichen Bewerber 20 Frauen. Dabei ist die Chirurgie eigentlich ein typischer Männerberuf. Aber in naher Zukunft wird es wohl mehr weibliche als männliche Chirurgen geben.

Nach Ansicht vieler Experten sollte es in diesem Beruf aber ein ausgeglichenes Geschlechtsverhältnis geben. Gerade mal fünf Prozent der Medizinstudenten wollen nach dem Praktischen Jahr auch Chirurg werden, Tendenz weiter sinkend. Zudem liegt der Numerus clausus momentan mit einer Abiturnote von 1,0 bis 1,2 so hoch, dass viele Talente ausgegrenzt werden.

11.000 Chirurgen bis 2020 in Rente

Der Nachwuchsmangel ist kein aktuelles Problem: Laut dem Bundesverband der deutschen Chirurgen werden bis zum Jahr 2020 11.000 Chirurgen in Rente gehen, das sind ungefähr die Hälfte aller niedergelassenen Chirurgen und ein Drittel der Klinik- Chirurgen in Deutschland, warnen Experten schon seit Jahren.

Zudem scheint der Beruf des Chirurgen im Laufe des Studiums immer unattraktiver zu werden. Wollen zu Beginn des Studiums noch ungefähr gut 35 Prozent der Medizinstudenten Chirurg werden, sind es gegen Ende des Studiums nur noch fünf Prozent.

Die Gründe sind vielfältig

Die Gründe dafür sind vielfältig: Es gibt eine strenge Hierarchie, die Verantwortung ist groß und das Gehalt zu Beginn vergleichsweise niedrig. Außerdem genießt die Ausbildung nicht gerade den besten Ruf und die Arbeitszeiten sind sehr schlecht planbar. Allerdings haben die Chirurgen in der Zwischenzeit einige Kampagnen gestartet um ihr Image aufzupolieren.

So fördert die Universitätsklinik Schleswig- Holstein Frauen und familienfreundliche Strukturen in der Chirurgie. Außerdem sollen an einigen Kliniken mit Blick auf die Familie für die Mitarbeiter flexiblere Arbeitsplätze geschaffen werden.

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