Krebsstudien durch zu kalte Umgebungstemperatur verfälscht


Laboratory pipette with drop of liquid over petri dishes for an experiment in a science research labViele der aktuellen Krebsstudien könnten unter Umständen verfälscht oder gar wertlos sein. Weil die Versuchstieren bei zu kalten Temperaturen gehalten worden und somit unnötigem Stress ausgesetzt waren.

Neue Medikamente gegen Krebs werden in Studien meistens an Mäusen getestet. Allerdings werden die Tiere bei zu niedrigen Temperaturen gehalten. Experten zufolge können Mäuse im „Kältestress“ nicht richtig gegen Tumore ankämpfen, daher könnten viele Studien möglicherweise falsche Ergebnisse geliefert haben.

Mäuse lieben es warm

Bei höheren Temperaturen können die Tiere aber besser gegen Krebs kämpfen. Doch bei höheren Temperaturen wachsen Tumore langsamer, entstehen später und bilden zudem später Metastasen. Allerdings werden Mäuse bei zu niedrigen Temperaturen gehalten. Dies könnte aber die Ergebnisse der Studien verfälschen, wie US- Wissenschaftler berichten.

In der Regel lieben Mäuse die Wärme, würde man die Tiere entscheiden lassen, würden sie eine Temperatur zwischen 30 und 31 Grad bevorzugen. Die meisten Labormäuse werden aber bei Temperaturen zwischen 20 und 26 Grad gehalten, um unter anderem den Reinigungsaufwand zu minimieren.

Tumore wuchsen langsamer

Damit die Mäuse aber weiterhin ihre Körpertemperatur aufrecht zu erhalten können, stellen sie ihren Stoffwechsel um. Das kostet den Tieren aber viel Energie und sie leiden permanent unter Kältestress. Um zu untersuchen in wie weit dies die Ergebnisse der Krebsstudien beeinflusst, wurden die Versuchstiere einmal unter kühlen 22 bis 23 Grad gehalten und einmal unter warmen 30 bis 31 Grad.

Nach einer Eingewöhnungsphase von zwei Wochen worden den Tieren Krebszellen injiziert. Bei höheren Temperaturen wuchsen die Tumore deutlich langsamer und es bildeten sich deutlich weniger Metastasen. Wurden krebserregende Substanzen injiziert, bildeten sich bei den Mäusen in der wärmeren Umgebung später Tumore.

Umgebungstemperatur stärker berücksichtigen

Zudem konnten die Wissenschaftler herausfinden, dass die Mäuse in der warmen Umgebung deutlich mehr krebsbekämpfende Immunzellen bildeten. Umgekehrt hatten sie weniger Immunzellen, die die Krebszellen bekämpften. Zudem suchten die kranken Tiere von sich aus Bereiche auf, die deutlich wärmer waren, nämlich 38 Grad.

Daher fordern die Wissenschaftler in ihrem Bericht, dass die Umgebungstemperatur stärker bei Studien berücksichtigt werden müsse. Daher kann es sein, dass die aktuellen Ergebnisse zur Tumorkontrolle verfälscht sind, weil die Mäuse unter chronischen Kältestress litten. Ob die Umgebungstemperatur die Krebsbekämpfung auch bei Menschen beeinflusst ist hingegen unklar.

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