Gesetzliche Krankenkassen wollen 2013 wieder Zusatzbeiträge


Der Sachverständigenrat des deutschen Gesundheitswesens geht davon aus, dass im kommenden Jahr die Krankenkassen wieder Zusatzbeiträge einführen müssen. Dem wiedersprachen allerdings der Bundesgesundheitsminister und die Chefin des Spitzenverbandes der GKV.

Gerade noch haben die gesetzlichen Krankenkassen im 1. Quartal 2012 einen Überschuss von mehr als 1,5 Milliarden Euro erwirtschaftet, da prognostizieren schon die ersten Experten wieder Zusatzbeiträge für das kommende Jahr. Ab der zweiten Hälfte des kommenden Jahres muss wieder mit Zusatzbeiträgen gerechnet werden, wie die Tageszeitung „Welt“ in einem Bericht mitteilt.

Die Prognose kommt von dem Mannheimer Volkswirt Eberhard Wille, der auch Vorsitzender des Sachverständigenrates für das Gesundheitswesen ist. Er geht davon aus, dass die gute finanzielle Lage der Krankenkassen nicht von langer Dauer ist. „So habe die Vergangenheit gezeigt, dass die Einnahmen der Krankenkassen langsamer wachsen, als die deutsche Wirtschaftsleistung“, so Wille.

Überschuss von 20 Milliarden

Des Weiteren wies er in dem Interview auch darauf hin, dass nur ein verschwindend kleiner Anteil der gesetzlichen Krankenkassen über große Rücklagen verfügt. Dabei hatte das Bundesgesundheitsministerium erst am heutigen Mittwoch erklärt, dass der Gesundheitsfond und die gesetzlichen Krankenkassen zusammen über einen Überschuss von 20 Milliarden Euro verfügen.

Auch geht das Ministerium davon aus, dass die Überschüsse auch in diesem Jahr noch weiter wachsen dürften, weil die Ausgaben im Gesundheitswesen langsamer ansteigen als angenommen. Durch den erneuten hohen Überschuss der gesetzlichen Krankenkassen rief der Bundesgesundheitsminister, Daniel Bahr, die Kassen auf, die Überschüsse endlich auszuzahlen.

Kein hektischer Wechsel erwartet

Außerdem widersprach der Minister den Ausführungen des Mannheimer Volkswirtes, wonach die gesetzlichen Krankenkassen im kommenden Jahr wieder Zusatzbeiträge einführen würden. “Die Kassen sind finanziell solide aufgestellt“, wird Bahr in dem Bericht der Zeitung weiter zitiert. Auch die Chefin des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung, Doris Pfeiffer, erklärte, wegen der guten Finanzen seien Zusatzbeiträge vorerst kein Thema.

Der Sachverständigenrat forderte angesichts des Unwillens der Kassen die Überschüsse auszuzahlen, stattdessen den allgemeinen Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung zu senken. Da der Sachverständigenrat im kommenden Jahr mit hohen Zusatzbeiträgen bei fast allen gesetzlichen Krankenkassen rechnet, wird es auch nicht zu einem hektischen Wechsel kommen, wie man ihn in der Vergangenheit erlebt hat.

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