Krankenkassen kritisieren zu viele unnötige Operationen in Krankenhäusern


Einer aktuellen Studie zufolge greifen viele Krankenhäuser vorschnell zum Skalpell. Die Krankenkassen unterstellen die Kliniken oft wegen wirtschaftlichen und nicht wegen medizinischer Gründe zu operieren. Die Krankenhäuser wiedersprechen dieser Studie und forderten angesichts voller Kassen mehr Geld für kommende Tariferhöhungen. Nach Ansicht der des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung ist die Grenze des medizinisch Sinnvollen schon lange überschritten.

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung kritisiert die vielen unnötigen Operationen in den deutschen Krankenhäusern. Nach Meinung der gesetzlichen Krankenkassen werden viele Patienten nur aus wirtschaftlichen und nicht aus medizinischen Gründen operiert. Eine ähnliche Meinung vertritt auch die deutsche Politik.

So deute eine Menge darauf hin, dass in deutschen Krankenhäusern nicht aus medizinischen sondern aus wirtschaftlichen Gründe operiert werde, so der stellvertretene Vorsitzende des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung, Johann-Magnus von Stackelberg in einem aktuellen Interview in der Bundeshauptstadt Berlin.

Grenze des medizinisch Sinnvollen überschritten

Besonders häufig werden in Deutschland Wirbelsäulen, Knie- und Hüftoperationen durchgeführt, wobei immer öfter Knie und Hüftprothesen eingesetzt werden. Nach Ansicht von Wolf- Dieter Leber, Krankenhaus- Experte des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung, sie bei diesen Eingriffen die Grenze des medizinisch Sinnvollen schon lange überschritten.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft wies diese Warnungen als unbegründet zurück und forderte auf einem Fachkongress in der norddeutschen Stadt Rostock, angesichts der Milliardenüberschüsse der Krankenkassen mehr Geld, um die Tarifsteigerungen für die Mitarbeiter der Krankenhäuser und Kliniken zu finanzieren.

13 Prozent mehr Operationen

Nach einer aktuellen Studie des Rheinisch- Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung stiegen die Behandlungen zwischen 2006 und 2010 um 13 Prozent an. Bei der aktuellen Untersuchung wurden außerdem schwere Fälle stärker gewichtet. Das Institut kam zu dem Schluss, dass gerade Mal 40 Prozent des Anstiegs durch den demografischen Wandel zu erklären sei.

Auch der Gesundheitsexperte der CDU, Jens Spahn, kritisierte die die vielen Operationen. Besonders bei Bandscheibenvorfällen und Kniebeschwerden würde zu schnell zum Skalpell gegriffen, so Spahn. Als Hauptursache für diesen Trend sehen die Experten darin, dass einzelne Behandlungen immer höher bezahlt werden und demzufolge Krankenhäuser lohende Behandlungen deutlich erhöhen.

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