Krankehausreport: Deutsche Krankenhausgesellschaft fordert Entschuldigung von der AOK


Die Deutsche Krankenhausgesellschaft reagierte empört auf den aktuellen Krankenhausreport der AOK. Hier war von 19.000 Todesfällen nach Behandlungsfehlern die Rede. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft beschuldigte die AOK wissentlich eine Falschaussage gemacht zu haben und fordert daher eine Entschuldigung seitens der Krankenkasse.

Kürzlich hat die gesetzliche Krankenkasse AOK ihren aktuellen Krankenhausreport vorgelegt. Dabei kam die Krankenkasse zu dem Schluss, dass in Deutschland pro Jahr etwa 19.000 Todesfälle durch Behandlungsfehler verursacht werden. Nun reagierte auch die Deutsche Krankenhausgesellschaft auf die Studie der AOK und wies diese Zahlen energisch zurück.

Entschuldigung verlangt

Nach Ansicht der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) sind die Zahlen der Krankenkasse völlig übertrieben. Der Präsident der DKG, Alfred Dänzer, forderte deshalb die AOK auf sich bei der Deutschen Krankenhausgesellschaft zu entschuldigen.

Auch die Deutsche Krankenhausgesellschaft überprüfte ihrerseits die Todesfälle infolge von Behandlungsfehlern und kam deutlich unter die Zahl, die von der gesetzlichen Krankenkasse angegeben wurde. Bei den Schlichtungsstellen seien lediglich 82 Fälle von Behandlungsfehlern bekannt, die den Tod des Patienten zur Folge hatten.

188.000 Behandlungsfehler laut AOK

Selbst unter Berücksichtigung der Schadensdatenbanken von Haftpflichtversicherern kommt die Deutsche Krankenhausgesellschaft auf maximal 1200 Schadensansprüche mit Todesfallhintergrund. Beim Medizinischen Dienst der Krankenkassen geht man von 8600 Behandlungsfehlern aus, bei der Krankenkasse AOK sind es hingegen schon 188.000 Behandlungsfehler.

Wie die DKG betonte, sei auch die Annahme falsch, davon auszugehen, dass jeder zehnte Behandlungsfehler zum Tod des Patienten führe. Der Präsident kritisierte die Berechnung, denn kleine Behandlungsfehler wie Infektionen oder Medikamentenverwechslungen nicht oder nur sehr selten zum Tode des Patienten führen.

Wissentliche Falschangabe

Außerdem hätte der Krankenhausreport der AOK die Zahlen des MDK und der Schlichtungsstellen berücksichtigen müssen. Die Zahlen der Krankenkasse liegen allerdings fortgeschriebene Schätzungen aus den Jahren 1996 bis 2006 zu Grunde. Daher kommt der Präsident auch zu dem Schluss, dass die angegeben Zahl der AOK eine wissentliche Falschangabe sein muss.

Laut der aktuellen Mitteilung der Deutschen Krankenhausgesellschaft sind die angegeben Zahlen der AOK zu den Todesfällen infolge von Behandlungsfehlern total unseriös. Der Präsident wirft der Krankenkasse außerdem vor, Die Arbeit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Krankenhäusern zu beschmutzen und auch die Patienten zu verunsichern. Daher erwarte er eine Entschuldigung seitens der Krankenkasse.

Ein Kommentar
  1. ossipgroth@web.de'

    doc170

    26. Januar 2014 at 21:54

    Da besteht schon eine erhebliche Dunkelziffer. Eine Laktatazidose bei elektiver Koro unter Metformin wurde vom Staatsanwalt eingestellt, weil er sich mit so komplizierten medizinischen Fragen nicht auseinandersetzen wollte, nachdem ich d,Pat. gerichtlich obduzieren ließ. Ein Blick in die Krankenakte hätte gereicht. Lustiger war noch die Kripo-Kommissarin, die doch so dumm war und meinte, die Krankenhäuser würden auf dem Totenschein doch unklare Ursache ankreuzen, gelle, hat das schon jemand gemacht ?

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