Vorsorgeuntersuchungen für Kinder: Bahr will Mediziner in die Schulen schicken


Der Bundesgesundheitsminister will in Zukunft mehr Ärzte in deutschen Schulen schicken, um zu gewährleisten, dass alle Schulkinder an den Kindervorsorgeuntersuchungen teilnehmen. Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung begrüßte den Vorstoß.

Um die Gesundheit unserer Kinder auch in Zukunft zu gewährleisten, will der Bundesgesundheitsminister, Daniel Bahr, regelmäßig Mediziner in deutsche Schulen schicken, um Vorsorgeuntersuchungen an Kindern durchführen zu lassen, dass erklärte der Bundesgesundheitsminister in einem aktuellen Interview mit der „Hannoverischen Allgemeinen Zeitung“.

Dabei nahm der Minister die guten Erfahrungen bei den Vorsorgeuntersuchungen zur Zahngesundheit bei den Schülern und Schülerinnen zum Anlass, um jetzt auch normale Vorsorgeuntersuchungen bei den Kindern und Jugendlichen durchführen zu lassen, so Bahr in dem aktuellen Interview weiter.

Nur Schuleingangsuntersuchung üblich

Bis heute sind neben kostenlosen Vorsorgeuntersuchungen bei Kinderärzten nur Untersuchungen vor Eintritt in die Schule üblich. Dabei wird neben der sprachlichen Entwicklung des Kindes, auch das Seh- und Hörvermögen untersucht. In den neuen Bundesländern werden hingegen schon seit längerem weitere Untersuchungen im Laufe der Schulzeit durchgeführt.

Unterstützung erhält der Bundesgesundheitsminister schon jetzt vom Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung, dieser begrüßte den Vorstoß von Bahr. Damit würde die Politik einen deutlich größeren Anteil zur Prävention leisten, so ein Sprecher des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung.

Berlins Eltern werden ermahnt

Vorsorgeuntersuchungen von Kindern sind nicht erst seit heute ein beliebtes Thema in der Politik. Erst im Juni dieses Jahres hatte Falko Liercke, Gesundheits- Stadtrat von Berlin- Neukölln in einem Interview mit dem „Berliner Kurier“ Bußgelder von bis zu 400 Euro gefordert, wenn Eltern ihren Kindern keine Vorsorgeuntersuchungen ermöglichen.

Im Ernstfall sollten die Eltern auch polizeilich vorgeführt werden, forderte der CDU- Politiker in dem Interview. Nunmehr seit 24 Monaten werden Berlins Eltern ermahnt, wenn sie Vorsorgeuntersuchungen ihre Kinder nicht durchführen lassen, allerdings sind die Untersuchungen keine Pflicht.

Keine Teilnahmepflicht

Kindervorsorgeuntersuchungen sollen gewährleisten, dass Erkrankungen und Defekte von Neugeborenen, Kleinkindern und Kindern durch den Kinderarzt schnell erkannt werden. Derzeitig gibt es 11 Kindervorsorgeuntersuchungen die von U1 – U11 reichen. Diese reichen von der Geburt bis zum 11. Lebensjahr des Kindes.

Als Zusatz gibt es noch die Vorsorgeuntersuchungen J1 und J2. Allerdings gibt es nach wie vor keine Pflicht an der Teilnahme der Vorsorgeuntersuchungen und daher auch keine Pflicht die Teilnahme an den Untersuchungen nachzuweisen.

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