Keuchhusten: Deutsche nicht ausreichend geimpft


Nicht nur gegen Masern sind die Deutschen nicht ausreichend geimpft. Auch gegen Keuchhusten sind nur sehr wenige geimpft. Laut einer Umfrage des Robert- Koch- Instituts sind gut sechs Prozent der Bevölkerung gegen Keuchhusten geimpft. Das Problem bei dieser Impfung: Sie muss alle zehn Jahre aufgefrischt werden.

Erst vor wenigen Tagen hatten wir über den unzureichenden Impfschutz bei Masern berichtet. Doch nicht nur bei Masern besteht Nachholbedarf. Wie die Gesellschaft für Innere Medizin jetzt in Stuttgart erklärte, ist nur einer von zwanzig Erwachsenen ausreichend gegen Keuchhusten geimpft. Dies geht aus einer aktuellen Umfrage hervor.

Impfung muss alle zehn Jahre aufgefrischt werden

Erwachsene können durch direkten Kontakt auch Säuglinge mit Keuchhusten anstecken. Bei Babys könne der Krankheitsverlauf auch lebensbedrohlich sein, wie die Gesellschaft weiter erklärte. Daher sollten sich Erwachsene in einer Kombiimpfung gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten impfen lassen.

Das Problem: Hier reicht nicht, wie zum Beispiel einer Impfung gegen Masern, eine einmalige Impfung. Die Impfung muss bei Keuchhusten alle zehn Jahre aufgefrischt werden. Wie eine große Umfrage des Berliner Robert- Koch- Instituts unter 40.000 Menschen ergab, sind nur 5,9 Prozent der Befragten in den letzten zehn Jahren gegen Keuchhusten geimpft wurden.

Lungenentzündung möglich

Auch in der Risikogruppe sah es nicht wirklich besser aus: Hierzu zählen Menschen die oft Kontakt zu Säuglingen und gebärfähigen Frauen haben. Laut der Umfrage hatte sich hier nur jeder Zehnte in den letzten zehn Jahren gegen Keuchhusten impfen lassen. Zudem warnte die Gesellschaft für Innere Medizin, die Krankheit auf die leichte Schulter zu nehmen.

Besonders bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem kann es zu Komplikationen wie zum Beispiel einer Lungenentzündung kommen. Außerdem sind Harninkontinenz, Gewichtsverlust und Rippenfrakturen gängige Begleiterscheinungen bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem.

Keuchhusten kann bei Babys zu Atemstillstand führen

Keuchhusten ist eine hochansteckende Infektionskrankheit, die durch Bakterien ausgelöst wird. Die Krankheit verläuft in der Regel zu Beginn unspezifisch und kann mehrere Wochen andauern. Keuchhusten beginnt mit einem erkältungsähnlichen Husten. Im späteren Verlauf kommt es zu anfallartigen typischen Hustattacken.

Bei Säuglingen könnten sich die Hustenanfälle auch untypisch als Atemstillstände äußern. Eine ursächliche Therapie ist bis heute nur im Anfangsstadium der Krankheit möglich. Aus diesem Grund ist eine Impfung gegen Keuchhusten unbedingt zu empfehlen. Meldepflicht besteht in Deutschland nur im Todesfall.

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