Intersexuelle Kinder: Operationsverbot bis zur Pubertät


Kinder kommen jährlich viele zur Welt, doch nicht bei allen ist das Geschlecht zweifelsfrei bestimmbar. In Zukunft muss das Geschlecht von intersexuellen Babys nicht mehr in der Geburtsurkunde erfasst werden. Einige Experten fordern, dass Geschlechts- Operationen frühestens in der Pubertät durchgeführt werden dürfen.

Etwa eins von 4500 Kindern wird mit keinem eindeutigen Geschlecht zur Welt gebracht. Die Wissenschaft spricht dann von intersexuellen Babys. Bei diesen Kindern weichen die inneren Geschlechtsorgane von den äußeren ab, oder vom chromosomalen Geschlecht.

Nachteile für das Kind

Ein Mensch mit den männlichen XY- Chromosomen kann aber äußerlich eine Frau sein und umgekehrt kann ein Mensch mit den weiblichen XX- Chromosomen eher als Mann erscheinen. Zudem gibt es auch Zwischen- und Mischformen von Hoden und Eierstöcken, Klitoris und Penis.

Ab dem morgigen Tag soll dies beim Eintrag in das Geburtsregister berücksichtigt werden. Ist das Geschlecht nicht eindeutig klar, können Eltern diesen Punkt in der Geburtsurkunde offen lassen. Experten sehen dies zwar als Schritt in die richtige Richtung an, auch wenn es Nachteile für das Kind bringen könnte, wie zum Beispiel Diskriminierung in der Schule.

Schmerzhafte und traumatische Behandlungen

Zudem fordern Aktivisten, dass Kinder nicht auf ein Geschlecht hin operiert werden sollten, dass Eltern und Ärzte für sie entscheiden. Aus medizinischer Sicht ist das in fast allen Fällen nicht nötig. Somit wird das Recht auf körperliche Unversehrtheit verletzt. Viele intersexuelle Kinder, die heute bereits erwachsen sind, haben als Kind schmerzhafte und traumatische Behandlungen erlebt.

Dennoch sind bis heute umstrittene Eingriffe erlaubt. Machen Mediziner männlich aussehende Kinder zu einem Mädchen, weil sie die inneren Geschlechtsorgane einer Frau haben, wird ihnen eine Scheide chirurgisch angelegt, damit diese nicht wieder zuwächst, müssen regelmäßig Fremdkörper eingeführt werden.

Operationsverbot bis zum 16. Lebensjahr

Zu welchem Geschlecht die Kinder angehören sollen, entscheiden Eltern und Ärzte. Aktivisten fordern jedoch, dass die Kinder selbst entscheiden sollten, welchem Geschlecht sie angehören wollen, wenn sie alt genug sind. Daher fordern sie medizinisch nicht notwendige Operationen vor dem 16. Lebensjahr zu verbieten.

Allerdings sind nicht alle Menschen, die als Kinder operiert werden automatisch später unglücklich. Ein operiertes Kind könnte seinen Eltern vorwerfen, warum habt ihr bloß? Ein nicht operiertes Kind hingegen könnte seinen Eltern vorwerfen warum habt ihr bloß nicht?

Auch intersexuelle Menschen können glücklich sein

Auch kommen immer öfter Mädchen zu Welt mit einer übergroßen Klitoris, die einem Penis ähneln. Dieser wird in einer Operation zwar verkleinert, kann aber die sexuelle Empfindsamkeit reduzieren. Bei den modernen Behandlungsmethoden ist dies aber selten. Viele Ärzte führen die Operationen bei Babys nur durch, wenn die Eltern stark darauf drängen. In der Regel raten sie den Eltern erst einmal abzuwarten wie sich das Kind entwickelt.

Auch die intersexuellen Verbände bemängeln das immer noch zu oft und vor allem zu früh operiert wird. Um dem vorzubeugen sollen in naher Zukunft neue Richtlinien erarbeitet werden. Doch nicht immer sind die Operationen möglich, denn auch als intersexueller Mensch kann man glücklich sein.

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