Gebärmutterkrebs: 400 000 Fälle durch Pille verhindert


Mit ihrer Einführung vor 50 Jahren hat die Antibabypille das Sexualleben der Frauen revolutioniert. Seit damals haben Frauen nun selbst die Kontrolle darüber, ob und wann sie schwanger werden wollen. Ohne auf Sex verzichten zu müssen. Nun wurde eine erfreuliche Nebenwirkung der Pille festgestellt: sie verhindert wahrscheinlich Gebärmutterkrebs.

Nicht ohne Nebenwirkungen

Die Pille ist das beliebteste Verhütungsmittel bei Frauen. Sie unterdrückt mithilfe von Hormonen den Eisprung und verhindert, dass Spermien bis in die Gebärmutter kommen. Doch die sicherste Schwangerschaftsverhütung hat auch einige Nebenwirkungen im Gepäck. Durch die zusätzlichen Hormone kommt es zu Stimmungsschwankungen, Gewichtszunahme, Kopfschmerzen oder auch Übelkeit. Experten warnen auch vor einem ehöhten Thrombose-Risiko.

Teilnehmerinnen von fast allen Kontinenten

Nun wurde jedoch eine äußerst positive Nebenwirkung der Antibabypille festgestellt. Eine neue Studie kommt zu dem Schluss, dass die Einnahme der Pille das Risiko für Gebärmutterkrebs erheblich senkt.

Die im Fachmagazin „The Lancet Oncology“ veröffentlichten Ergebnisse kamen durch die Untersuchung von 27 276 Frauen zustande, die an Gebärmutterkrebs erkrankt waren. Insgesamt wurden dafür 36 vorausgehende Studien analysiert. Die Frauen kamen aus Nord Amerika, Europa, Asien, Australien und Südafrika.

Schon kurze Zeit der Einnahme genügt

Schon davor war bekannt, dass die Antibabypille das Auftreten des Krebses verringert. Jedoch wusste niemand, wie lange dieser Effekt wirkt, auch nachdem die Frauen die Pille abgesetzt haben.

Dieser Frage wollten die Forscher nun auf den Grund gehen. Die Teilnehmerinnen der Studie waren im Durchschnitt 63 Jahre alt. Die Krebsdiagnose erhielten die meisten im Jahr 2001. Die Frauen nahmen die Pille im Mittel entweder für drei oder vier Jahre ein.

Wirkung hält etwa 30 Jahre lang an

Je länger die Einnahme war, desto niedriger ist das Krebsrisiko, stellen die Wissenschaftler der „Collaborative Group on Epidemiological Studies on Endometrial Cancer“ fest. Die risikoreduzierende Wirkung der Pille hält auch noch lange nach der Absetzung an. Selbst 30 Jahre nach der letzten Einnahme war diese noch spürbar.

Ihre Ergebnisse lassen die Forscher der Studie zu folgendem Ergebnis kommen: In den letzten 50 Jahren wurden etwa 400 000 Gebärmutterkrebserkrankungen durch die Pille verhindert. Von 2005 bis 2014 sollen es allein 200 000 gewesen sein, wie Studienautorin Dr. Naomi Allen sagt.

Risiko für Gebärmutterkrebs besonders ab 50 Jahren erhöht

Demnach würde sich das Risiko an Gebärmutterkrebs zu erkranken für Frauen, die die Pille in ihren 20-ern oder 30-ern absetzen, bis zu ihrem 50-sten Lebensjahr verringern. Ab diesem Alter ist das Risiko an diesem Krebs zu erkranken besonders hoch.

Obwohl die Pille nun also Gebärmutterkrebs verhindern kann, so steigt durch ihre Einnahme das Risiko für andere Erkrankungen. „Die Pille beeinflusst das Risiko für Frauen an anderen Krebsarten zu erkranken – sie erhöht das Risiko für Brust- und Gebärmutterhalskrebs, reduziert aber auch das Risiko Eierstockkrebs zu bekommen“, erklärt Fiona Osgun, die für die englische Organisation Cancer Research UK arbeitet.

Finanziert wurde die Auswertung von Cancer Research UK und dem Medical Research Council in Großbritannien.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.