Ages warnt: Liegen und Duschen sind überhäuft von Bakterien


Die österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages) warnt nun vor den Infektionen, die man sich im Schwimmbad einfangen kann. Zwar enthalten die Schwimmbecken eine gesetzlich vorgeschriebene Chlorkonzentration und sind somit keine Gefahrenquelle, aber andere Bereiche hingen sehr wohl.

 

Wärme und Feuchtigkeit

Bakterien und Pilze lieben die Wärme und Feuchtigkeit, um sich schnell zu vermehren. Diese können aber Infektionen auslösen. Man findet sie im Schwimmbad vor allem in den Duschen, aber auch auf den Badeliegen: „Bei Liegen und Sitzgelegenheiten hängt es davon ab, aus welchem Material sie bestehen. Problematisch ist es, wenn sich Lacken bilden und sie nie so richtig trocken werden“, so der Infektiologe Günther Wewelka von der Ages.

 

Fußpilzduschen bringen nicht viel

Man sollte meinen, dass gerade die Fußpilzduschen in den Schwimmbädern helfen, um sich keine Infektionen einzufangen, aber laut den Experten sind diese regelrechte Keimfallen. „Man sollte sich in Schwimmbädern nie die Füße unter den Anti-Pilzduschen absprühen. Die sind das Superreservoir für Bakterien und Pilze“, sagt die Münchener Dermatologin Sabine Zenker. Das bekräftigt Wewelka: „ Es wurde nicht wirklich bewiesen, dass die Desinfektionsmittel in diesen Fußpilzduschen etwas helfen.“

 

Filteranlagen der Becken – Legionellen

In den Filteranlagen der Becken nisten sich vor allem Legionellen ein. Das sind bewegliche Stäbchenbakterien. Sie kommen in Oberflächenwässern und auch im Boden vor. Sie können sich sowohl im Süß- als auch im Meerwasser vermehren und dort überleben. Sie verbreiten sich natürlich und kommen daher auch in geringer Menge im Grundwasser vor.

1976 kam es sogar zu einer Epidemie in den USA (Philadelphia). Dabei verstarben 29 Personen an der Legionärskrankheit, einer schweren Pneumonie. Die Legionärskrankheit äußert sich in einer schweren Lungenentzündung, die unbehandelt bei 15 bis 20 Prozent tödlich verläuft. Die Legionellen verursachen aber auch das Pontiac-Fieber. Dabei handelt es sich um fiebrige, grippeähnliche Erkrankung, die innerhalb weniger Tage abheilt, ohne dass die Lunge davon betroffen ist. Das ist die weitaus häufigere Erkrankung, die durch Legionellen ausgelöst werden kann.

„Erschreckend ist, dass diese Keime, in Warmsprudelbecken direkt eingeatmet werden können. Schlimmstenfalls können sie zu einer Lungenentzündung führen“, sagt Wewelka. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Raucher und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem. Kinder sind meist sehr selten betroffen.

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