Erster Klinik- Atlas für sehr leichte Frühchen


Eltern von sehr leichten Frühchen können jetzt online vergleichen, welche Klinik am besten für ihr Kind geeignet ist. Im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses wurde jetzt eine neue Internetseite ins Leben gerufen. Derzeitig können dort mehr als 90 Kliniken vergleichen werden, die sich auf Frühchen spezialisiert haben.

Pro Jahr kommen in Deutschland mehr als 9000 Frühchen zur Welt, einige von ihnen wiegen weniger als 1500 Gramm. In Deutschland gibt es aber einige Kliniken, die sich auf Frühchen spezialisiert haben. Doch welche Kliniken sind das und welche passt am besten zu meinem Kind? Durch einen neuen Klinik- Atlas für Neugeborene können Eltern dies erstmals online prüfen.

Gerade weil viele Frühchen so wenig Gewicht auf die Waage bringen, braucht es besonders viel Erfahrung um sich um Neugeborene dieser Art zu kümmern. Doch ab wann gilt eine Klinik als spezialisiert auf Frühchen? Bei Kniegelenken zum Beispiel sind es 50 Kniegelenke pro Jahr, dann ist ein Krankenhaus auf Kniegelenke spezialisiert.

Mehr als 90 Kliniken vergleichen

Doch wie ist es bei Frühchen? Hier sind nur 14 Kinder mit einem Gewicht bis 1250 Gramm nötig um Level 1 eines Perinatalzentrums zu erreichen. Genau aus diesem Grund konnten Eltern von Frühchen bis heute nicht wirklich überscheuen, welche Kliniken wirklich spezialisiert sind auf Frühchen. Doch dies soll sich jetzt mit einem neuen Online- Service ändern.

Am Freitag der laufenden Woche ist die Internetseite perinatalzentren.org online gegangen. Auf der Internetseite befinden sich bis jetzt 93 deutschlandweite Kliniken die aus eigenen Stücken offenlegen, wie viele Kinder sie pro Jahr behandeln, deren Gewicht unter 1500 Gramm liegt.

Frühgeburt manchmal vorhersehbares Ereignis

Mittels einer Suchmaske können Eltern auf die Suche nach der richtigen Klinik gehen. So bietet die Suchmaske Auswahlkriterien wie Nähe zum Wohnort, Fallzahlen, Überlebensraten und Behandlungsroutine. Die Webseite soll in erster Linie eine Entscheidungshilfe sein und wurde im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses umgesetzt.

Eine extreme Frühgeburt kann in einigen Fällen ein vorhersehbares Ereignis sein. Ursachen dafür können Fehlbildungen des Kindes sein, Störungen der Gebärmutter und der Plazenta. Aber auch eine ungesunde Lebensweise der Mutter durch Nikotin- und Alkoholkonsum können Ursachen für eine Frühgeburt sein.

Lohnendes Geschäft für Kliniken

Nach aktuellen Angaben sollen etwa die Hälfte aller Kliniken ihre Daten offen gelegt haben, die andere Hälfe soll auf die Anfrage nicht reagiert haben, wie es in einer aktuellen Stellungnahme heißt. Durch die Veröffentlichung im Internet zeigen die Kliniken vor allem eins, eine hohe Transparenz. Zudem signalisieren sie damit, dass sie gewillt sind ihre Behandlungsqualität immer weiter zu optimieren.

Die Versorgung eines sehr leichten Frühchens ist auch ein sehr lohnendes Geschäft für deutsche Kliniken und Krankenhäuser. Immerhin verdienen die Kliniken bei der Versorgung solcher Frühchen mehr als 100.000 Euro pro Frühchen.

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