Modernes Verhütungsmanagement: Frauen können ihren Zyklus bestimmen


Jede Frau kennt es. Einmal im Monat bekommt man seine Periode. Für viele Frauen ist es eine lästige Angelegenheit. Ziehen im Unterleib, allgemeines Unwohlsein oder auch Übelkeit tritt bei manchen Frauen auf. Nun gibt es erstmals eine Pille für drei Monate und somit bekommt man seine Tage nur vier Mal im Jahr.

Frauen war es bisher wenige bekannt, dass sie selbst entscheiden können, wann und wie oft sie die Monatsblutung bekommen. Wenn sie die Pille, das Pflaster oder den Scheidenring ohne Pause im Langzeitzyklus einnehmen, haben sie schwächere oder gar keine Blutung. Eine neue Pille sorgt vielleicht für eine Revolution. Erstmals gibt es eine eigene Pille für drei Monate.

Blutung in der Einnahmepause ist nicht notwendig

Nimmt man zur Verhütung ein kombiniertes orales Kontrazeptivum („die Pille“) bekommt man einmal im Monat eine Regelblutung. Diese ist eine vom Körper nachgeahmte Periode, die weder für die verhütende Wirkung noch für die Gesundheit erforderlich ist.

1960 wurde der künstliche 28-tägige Monatszyklus von den Erfindern der Pille John Locke und Gregory Pincus als „hormonelle Nachahmung der Natur“ eingeführt. Damit sollte die Akzeptanz des neuen Medikaments erhöht werden. Doch eine regelmäßige Monatsblutung ist nicht notwendig, da die Frau durch die Pilleneinnahme ohnehin keinen Eisprung hat.

„Die monatliche Blutung macht medizinisch keinen Sinn. Im Gegenteil ist ein Blutverlust immer ein Stress für den Körper. Abgesehen von anderen unangenehmen Begleiterscheinungen wie Schmerzen und Eisenmangel“, so die Ansicht des Gynäkologen DDr. Christian Fiala (Gynmed Ambulatorium Wien). Fiala ist Arzt für Allgemeinmedizin und Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Berufserfahrung in Frankreich, Asien (Thailand), Afrika (Uganda, Tansania, Malawi) und Österreich. Zudem ist er Experte für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch.

Revolution in der Pharmabranche

Die Pharmaindustrie hat jetzt eine Pille entwickelt, die ohne einer 7-tägigen Pause drei Monate lang eingenommen werden kann. Somit hat man als Frau nur mehr viermal im Jahr seine Monatsblutung. Beispielsweise mit der Hormonspirale hat man weniger bis gar keine Regel mehr. Die 3-Monats-Pille von Ratiopharm kam vor ca. 2 Monaten auf den Markt. „Demnächst steht uns eine ähnliche Revolution wie in den 60er Jahren bevor“, glaubt Fiala zu wissen. „Damals war es revolutionär, dass Frauen selbst bestimmen konnten, wann und wie viele Kinder sie haben. Nun können Frauen auch selbst entscheiden, wann und wie oft sie die Menstruation haben.“

Moderner Umgang mit der Pille

Mehr als die Hälfte der befragten Frauen (56%) würden sich gerne die lästige Blutung ersparen. Das ergab der österreichische Verhütungsreport. Fast 40 % der Frauen haben bereits eigene Erfahrungen mit dem Menstruationsmanagement gemacht. 19 % haben schon mal versucht die Pille über einen längeren Zeitraum einzunehmen, 14 % hin und wieder und schon 4 % nehmen die Pille regelmäßig für eine längere Dauer ein, um die Abbruchblutung zu verschieben oder sie sich ganz zu ersparen.

Vor allem bei Frauen zwischen 21 und 29 Jahren ist dieses Management beliebt. „Frauen hätten gerne weniger Blutungen“, so Fiala. Sie lassen sich nicht mehr so von der Periode belästigen, wie die weiblichen Generationen zuvor. Laut dem Gynäkologen Fiala ist dieser moderne Umgang mit der Pille medizinisch sogar ratsam: „Das Wohlbefinden der Frauen steigt messbar, Kopf- und Bauchschmerzen nehmen ab.“ Wird die Pille abgesetzt, kommt es zügig wieder zu normalen Zyklen.

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