Down- Syndrom: 3000 Schwangere mittels umstrittenen Bluttest getestet


Seit gut einem Jahr können Schwangere sich testen lassen, ob ihr Baby das Down- Syndrom hat. Bei 3000 Schwangeren wurde der Test bis jetzt angewendet. Die mäßige Nachfrage liegt in erster Linie daran, dass die Krankenkassen die Kosten nur per Einzelfallentscheidung übernehmen.

Fragt man werdende Eltern, ob das Kind ein Junge oder Mädchen werden soll, bekommt man in vielen Fällen die Antwort, egal, Hauptsache gesund. Eine der Krankheiten die ein Kind ab Geburt haben kann, ist das Down- Syndrom. Seit gut einem Jahr können Schwangere mittels einer Blutuntersuchung feststellen lassen, ob ihr Baby das Down- Syndrom (Trisomie 21) hat.

Doch nach 12 Monaten wird dieser Verfahren eher zurückhaltend genutzt. In Deutschland haben bis heute gerade mal 3000 Schwangere den umstrittenen Bluttest durchführen lassen. In 98 Prozent aller Fälle wurde kein Down- Syndrom festgestellt. Das teilte der Hersteller LifeCodexx in dieser Woche in Konstanz mit.

Verstoß gegen das Diskriminierungsverbot

Zwei Drittel der getesteten Frauen waren über 35 Jahre alt, wie der Hersteller weiter erklärte. Als der Test vor gut einem Jahr auf dem Markt kam, gab es in erster Linie scharfe Kritik von Ethik- Medizinern und Behindertenverbände. Der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Hubert Hüppe (CDU), sieht in dem Verfahren einen Verstoß gegen das Diskriminierungsverbot im Grundgesetz.

So kritisierte der Politiker, dass das aktuelle Verfahren weder therapeutischen noch medizinischen Zwecken diene. Andere Gegner sehen in dem Verfahren eine Art Reihenuntersuchung für Schwangere, die Menschen in ihrem Irrtum bestärken, dass sie sich aussuchen könnten, ob sie ein Kind behalten können oder nicht.

Erkennung bei über 99 Prozent

Befürworter der Untersuchung erklären aber immer wieder, dass der Test im Gegensatz zur oft angewandten Fruchtwasseruntersuchung keine Gefahr für das Neugeborene darstelle. Aktuellen Studien zufolge liegt die Erkennung bei über 99 Prozent. Falsch positiv sind laut des Herstellers 0,1 Prozent der Ergebnisse.

Wird ein Gen- Fehler jedoch erkannt, wird selbst vom Hersteller empfohlen, dies durch eine zusätzliche Fruchtwasseruntersuchung abklären zu lassen. Der Test ist seit August 2012 erhältlich und kann bei Schwangeren ab der zehnten Schwangerschaftswoche angewandt werden.

Test sehr teuer

Laut Angaben des Herstellers lassen sich seit Anfang des Jahres mit dem Test auch Trisomien 13 und 18 erkennen. Vor dem Test muss eine eingehende genetische, ergebnisoffene Beratung erfolgen. Laut des Herstellers hat die Nachfrage den Erwartungen voll und ganz entsprochen. In den vergangenen Monaten sei die Nachfrage auch weiter angestiegen.

Die geringe Nachfrage könnte unter Umständen auch daran liegen, dass die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten nur per Einzelfallentscheidung übernehmen. Der Test wird für 850 Euro angeboten. Die Gesamtkosten liegen nach Angaben des Deutschen Ärzteblattes aber bei 1200 Euro. Private Krankenversicherungen übernehmen die Kosten anteilig.

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