Mehr Zentren für schnelle Brustschmerz-Untersuchungen sollen entstehen


Um Patienten mit unklarem Brustschmerz schneller und vor allem richtig behandeln zu können, wollen Mediziner mehr spezielle Notaufnahmen aufbauen. Dort klären Kardiologen eventuelle Ursachen rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr ab.

Die sogenannten Brustschmerz-Zentren fehlen bis zum heutigen Tage in erster Linie in östlichen Bundesländern und strukturschwachen Regionen, erklärt der Kardiologe Thomas Münzel (Uniklinik Mainz) der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag der laufenden Woche in einem Interview.

270 Zentren sollen entstehen

Mediziner versprechen sich von der Notfallbehandlung in solchen Ambulanzen deutlich weniger Folgeschäden und erhöhte Überlebenschancen für Patienten. Ziel sei es, die Zahl der von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) zertifizierten Zentren auf etwa 270 auszubauen, erklärte Münzel in dem besgaten Interview weiter.

Das dauere allerdings noch zwei bis drei Jahre, fügte er hinzu. Bis zum heutigen Tage gibt es ungefähr 200 anerkannte Ambulanzen, vor allem an Kliniken. Patienten mit akutem und plötzlich auftretendem Schmerz in der Brust sind dort richtig aufgehoben.

Vorgaben müssen erfüllt werden

Solche Beschwerden treten in den meisten Fällen nicht nur bei Herzerkrankungen auf. Auch Lunge, Speiseröhre oder schlicht Muskelverspannungen können die Ursache für plötzliche Brustschmerzen sein.Um von der DGK anerkannt zu werden, müssen die Ambulanzen bestimmte Vorgaben erfüllen.

Sie dürfen beispielsweise nicht mehr als eine viertel Stunde von einem Herzkatheter-Labor entfernt sein: Mit Hilfe eines dünnen, flexiblen Schlauchs, der in Blutgefäße eingeführt wird, können Ärzte gezielt Herz und Herzkranzgefäße genauer untersuchen.

Kosten sollen gesenkt werden

Die DGK zertifiziert Brustschmerz-Zentren seit dem Jahr 2008. Ihren aktuellen Angaben zufolge deuten erste internationale Daten darauf hin, dass in Spezialzentren behandelte Patienten im Durchschnitt etwa kürzer im Krankenhaus liegen müssen.

Mit gezielter Diagnose und Therapie würden den Angaben zufolge auch die Kosten sinken. Ursprünglich stammt das Modell aus den USA: Auch in Deutschland werden sie aus diesem Grund oft als „Chest Pain Units“ (CPU) bezeichnet.

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