14. Juni Weltblutspendetag: Blutspenden können Leben retten


Am 14. Juni ist Weltblutspendetag. Ein Unfall, eine Krankheit oder eine schwere Verletzung. Es kann jeder in die Situation kommen, dringend auf eine Blutkonserve angewiesen zu sein. Aber was ist, wenn keine Blutkonserve zur Verfügung steht? Das Horrorszenario für jeden Betroffenen. Es gehen zu wenige Menschen Blutspenden. Zwar reichen derzeit die Reserven noch, doch durch die immer älter werdende Bevölkerung werden diese Reserven immer knapper und es werden Blutspender benötigt.

Es gehen nur drei Prozent der Deutschen zu Blutspende

Alexander Kramer ist ein Bankangestellter in Deutschland. Er ging jahrelang Blut spenden, bis er nicht mehr durfte. Wenn er den Blutspende-Bus des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) am Berliner Alexanderplatz sieht, wird er sentimental. „Jahrelang habe ich dort in meinen Mittagspausen Blut gespendet. Seit einer Krankheit vor drei Jahren geht das leider nicht mehr“, erzählt der 49-Jährige.

In Deutschland wird zu wenig Blut gespendet: „33 Prozent könnten, aber im Schnitt tun es nur drei Prozent“, so Kerstin Schweiger. Sie ist Sprecherin des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost. Im Vergleich zu dieser geringen Anzahl an Spender brauchen aber rund 80 Prozent der Menschen mindestens einmal im Leben das Blut eines fremden Menschen bzw. Produkte, die daraus erzeugt werden.

Demografischer Wandel bedingt mehr Blutkonserven

Derzeit sind die Konserven noch nie komplett ausgegangen. Vor allem für Krebspatienten, Unfallopfer, Organtransplantationen, aber auch für Ungeborene im Mutterleib wird darauf geachtet, dass ausreichende Blutpräparate verfügbar sind. In den Kliniken wird zudem vermehrt darauf geachtet, sparsam mit dem Spenderblut umzugehen, sodass insgesamt weniger benötigt wird.

Schweiger ist sich aber sich, dass aufgrund des demografischen Wandels in den kommenden Jahrzehnten ein höherer Bedarf an Blutkonserven sein wird. „Da die Menschen immer älter werden, wird auch immer mehr Blut für die medizinische Versorgung benötigt“, so Schweiger.

Man kann aber nicht sein ganzes Leben lang spenden. Das Maximalalter variiert von Land zu Land. In Deutschland darf man nach dem 72. Geburtstag nicht mehr spenden. In Österreich ist nach dem 65. Lebensjahr Schluss. Bei einer Erstspende darf man nicht älter als 60 Jahre alt sein. „Und bei den jungen Leuten spüren wir jetzt den Geburtenknick vom Beginn der Neunzigerjahre. Es gibt deutlich weniger 18-Jährige als noch vor zwei, drei Jahren“, erklärt Schweiger. Deshalb muss man die 18- bis 72-Jährigen zum Spenden bewegen.

Der Bedarf in Deutschland wird großteils durch die Blutspendedienste des DRK abgedeckt. Zudem sammeln auch Kliniken und private Anbieter Blut. Allein beim DRK kamen 2014 um die 3,7 Millionen Vollblutspenden zusammen. Insgesamt wurden letztes Jahr 4,3 Millionen Vollblutspenden getätigt. 2011 waren es laut dem Paul-Ehrlich-Institut rund 4,9 Millionen

Der Antrieb, wieso Menschen spenden gehen

Laut Schweiger gibt es den typischen Dauerspender beim DRK nicht. „Die Spender kommen aus allen Altersgruppen und allen sozialen Schichten.“ Für viele sei ein Grund Spender zu werden, dass sie Erfahrungen als Empfänger oder auch Bezug zu Menschen haben, die auf Blutspenden angewiesen sind.

Die Blutspende ist grundsätzlich unentgeltlich. Private Anbieter zahlen aber Aufwandsentschädigungen. Eine dieser privaten Anbieter ist die Haema AG. „Die Spende von Blut, Blutplasma oder anderen Blutbestandteilen ist in Deutschland grundsätzlich freiwillig und unentgeltlich, auch bei der Haema“, sagt Sprecher Jan Noack. Es gibt aber die gesetzlich geregelte Möglichkeit, eine Aufwandsentschädigung zu zahlen. Für eine Vollblutspende gibt es bei Haema AG 20 Euro. „Wir gehen offen damit um, dass wir ein Pharmaunternehmen sind und ein Fertigarzneimittel herstellen“, so Noack.

Wofür werden Blutspenden benötigt?

Laut Statistiken wird das meiste Blut inzwischen zur Behandlung von Krebspatienten verwendet. Es folgen Herz-,Magen- und Darmkrankheiten, zudem Sport- und Verkehrsunfälle. Bei schweren Unfällen kann es vorkommen, dass wegen innerer Verletzungen mehr als zehn Blutkonserven pro Unfallopfer benötigt werden.

Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts gibt es jedes Jahr etwa 11.400 Menschen in Deutschland, die an Blutkrebs erkranken. Dabei handelt es sich um Neuerkrankungen. Leukämie kann aber durch eine Blutstammzellentransplantation eventuell geheilt werden. Für die Therapie werden aber ca. 19 Prozent der jährlichen Blutspenden benötigt. Die Blutspender haben die Möglichkeit sich als Blutstammzellspender typisieren zu lassen.

Da Blut nicht künstlich hergestellt werden kann, sind für Transplantationen ausreichend Blutkonserven notwendig. Denn ohne diese kann der Patient weder transplantiert werden bzw. den Eingriff überleben.

Wie läuft eine Blutspende ab?

Zuerst füllt man einen Fragebogen aus, um wichtige Risikofaktoren auszuschließen. Dabei wird nach längeren Auslandsaufenthalten in den vergangenen vier Wochen gefragt, ob man in den letzten Wochen Medikamente zu sich genommen hat und viele andere.

Danach folgt eine Untersuchung , um sicherzugehen, dass man nicht Fieber hat oder mit dem Kreislauf Probleme hat. Ist bis hierher alles in Ordnung folgt ein Arztgespräch. Dabei wird der Fragebogen besprochen und man wird nochmals über die Blutspende aufgeklärt.

Wird man vom Arzt als geeignet deklariert, werden einem im Liegen ca. 450 ml Blut aus der Armvene entnommen. Die Spende selbst dauert ca. 10 Minuten und man steht unter medizinischer Aufsicht. Danach wird einem ein Druckverband angelegt. Beim Roten Kreuz erhält man danach einen Snack.

Drei bis vier Wochen nach der Spende beim Roten Kreuz bekommt man, sofern man keine Krankheiten aufgewiesen hat und somit als Spender ausgeschlossen wird, per Post einen Blutspenderausweis und den ausgewerteten Blutbefund zugesendet. Auf dem Blutspenderausweis sind die Blutgruppe und der Rhesusfaktor vermerkt. Zwischen den Spenden sollten mindestens acht Wochen liegen.

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