Ausbildung in der Pflege bald nur noch an der Uni?


Der Wirtschaftsrat will das kommende Pflegepersonal auf die Uni schicken. Doch nicht alle Pfleger rund Pflegerinnen sollen zukünftig an der Universität ausgebildet werden. Vorerst sollen maximal 20 Prozent ihren Bachelorabschluss in der Pflege machen. Dafür müssen aber neue Studienplätze geschaffen werden.

Reicht für Kranken- und Altenpfleger ein normaler Schulabschluss aus oder sollten Pfleger und Pflegerinnen auch über einen Uniabschluss verfügen? Der Wissenschaftsrat sprach sich für eine Ausbildung an der Uni aus. Die Bundesärztekammer weiß hingegen noch nicht so recht was sie von diesem neuen Vorschlag halten soll.

Mehrere tausend neue Studienplätze notwendig

Jedoch schränkt der Wissenschaftsrat sein Vorhaben auch gleich ein, so sollen maximal 20 Prozent der Abgänger in Pflege- und Therapieberufen die Möglichkeit bekommen, ihre Ausbildung an einer Universität zu vollenden. Dafür müssen aber erst einmal neue Studienplätze geschaffen werden, etwa 5400 neue Studienplätze sind allein für die Pflege nötig.

Für die Therapieberufe sind dann noch einmal mehr als 1000 neue Studienplätze notwendig, so der Vorsitzende des Medizinausschusses im Wirtschaftsrat, Prof. Hans-Jochen Heinze, in einer Stellungnahme. Was die neuen Maßnahmen kosten werden, wurde allerdings nicht mitgeteilt, wie der Wirtschaftsrat allerdings betonte, wird es mit Sicherheit teuer werden.

Länder wollen über neue Studienplätze beraten

Doch neue Studienplätze zu schaffen ist weder Aufgabe des Wirtschaftsrates noch der Bundesregierung, dafür sind allein die einzelnen Bundesländer zuständig. Ob neue Studienplätze geschaffen werden können, darüber wollen die einzelnen Länder noch in diesem Jahr beraten, wie die Kultusministerkonferenz betonte.

Der Wirtschaftsrat sieht eine akademische Ausbildung in Gesundheitsberufen über kurz oder lang als unbedingtes Muss an. Zwei Gründe dafür sind der medizinische Fortschritt und die demografische Entwicklung in Deutschland. Gerade weil die Menschen immer älter und somit häufiger krank werden, führe das zu neuen und vor allem komplexeren Aufgaben für das Pflegepersonal, so Heinze.

Akademische Ausbildung nötig

Um die eigene Arbeit auch medizinisch nachweisen zu können, ist daher auch eine akademische Ausbildung nötig, so der Vorsitzende weiter. Durch diese neue Ausbildung könnten die Ärzte auch ein gutes Stück entlastet werden, wie es Montag der laufenden Woche weiter hieß.

Die Bundesärztekammer reagierte eher Verhalten auf den Vorschlag des Wirtschaftsrats. Indirekt spricht sich die Bundesärztekammer für eine akademische Ausbildung am Krankenbett aus. So hatte der Bundesärztekammer erst kürzlich vor einer Zersplitterung der Versorgungslandschaft gewarnt. Nichtärztliche Gesundheitsberufe könnten dazu beitragen, daher sei es besser akademische Ausbildungen zu fördern.

2 Kommentare
  1. max@muster.com'

    Max Mustermann

    17. Juli 2012 at 14:07

    Was ist denn das bitte für ein Schwachsinn???? Erst schafft man das Diplom ab, damit die Leute früher in den Beruf kommen und jetzt verhunzt man den eh schon unbeliebten und Halbakademikertitel Bachelor noch damit, dass man ihn zum Abschlussgrad einer Ausbildung macht. Ich frage mich, was als nächstes kommt: Bachelor für den Klemptner oder für den Barkeeper?
    Armes deutsches Bildungssystem.

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  2. clint17@web.de'

    Clint

    17. Juli 2012 at 21:03

    Armes deutsches Bildungssystem, nicht mal die Rechtschreibung wird mehr gelehrt, geschweige denn gelernt.
    Hast du heut schon geklemptnert, oder klempnerst du erst morgen?
    Oder spenglern?

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