Arzneimittel- Atlas 2013: Krankenkasssen geben 29 Milliarden Euro für Medikamente


Laut dem Arzneimittel- Atlas 2013 sind die Ausgaben für Medikamente im vergangenen Jahr konstant geblieben. Doch im kommenden Jahr könnte sich diese Lage wieder ändern, weil dann der Zwangsrabatt ausläuft, den Pharmaunternehmen auf erstattungsfähige Medikamente geben müssen.

Der aktuelle Arzneimittel- Atlas 2013 wurde unlängst veröffentlicht. Den aktuellen Angaben zufolge sind die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für Medikamente gleich geblieben, doch dies könnte sich im kommenden Jahr wieder ändern.

Grund dafür ist der Ende des Jahres auslaufende Pharma- Zwangsrabatt. Demzufolge könnte für die gesetzlichen Krankenkassen das kommende Jahr sehr teuer werden. Doch in dem aktuellen Arzneimittel- Atlas wurde erst einmal erörtert wie viele Pillen die Deutschen schlucken und vor allem gegen welche Krankheiten.

Im Osten Ausgaben deutlich höher

Erstellt wurde der aktuelle Atlas, wie auch in den Jahren zuvor, von dem Verband Forschender Arzneimittelhersteller. Demnach gaben die gesetzlichen Krankenkassen im vergangenen Jahr 29,2 Milliarden Euro für Medikamente aus. Das sind 200 Millionen Euro mehr als im Jahr zuvor.

Schaut man sich die einzelnen Bundesländer an, wird im Freistaat Bayern am wenigsten Geld für die Medikamente pro Versicherten und in Mecklenburg- Vorpommern das meiste Geld für Medikamente pro Versicherten ausgegeben. Zudem liegen die Ausgaben für Medikamente in Ostdeutschland deutlich höher als in Westdeutschland.

Stärkster Anstieg bei Multiple Sklerose

Das liegt nicht etwa daran, dass es in Ostdeutschland mehr Kranke gibt, sondern viel mehr daran, das im Osten überdurchschnittlich viele ältere Menschen leben. Den größten Zuwachs bei den Medikamentenausgaben wurde bei der Krankheit Multiple Sklerose festgestellt. Auf Platz zwei landeten die Erkrankungen des Immunsystems wie Arthritis.

Zudem wurden auch sehr häufig Medikamente gegen Bluthochdruck und säurebedingte Darm- und Magenerkrankungen verschrieben. Außerdem weist der Bericht darauf hin, dass die Ausgaben für Medikamente gegen HIV und Hepatitis C ebenfalls angestiegen sind. Dennoch sehen die Experten keinen Grund dafür, dass die gesetzlichen Krankenkassen sparen müssten.

Keine Notlage der Krankenkassen mehr

Außerdem kündigten die Pharmaunternehmen an bis zum Jahr 2017 mehr als 110 Krankheiten besser behandeln zu können. Allerdings steht den Krankenkassen im kommenden Jahr ein schwieriges Jahr bevor. Ab 2014 müssen die Pharmaunternehmen keinen 16 prozentigen Nachlass mehr auf erstattungsfähige Medikamente geben.

Dieser Zwangsrabatt war im Jahr 2010 von der Regierung eingeführt worden, in Erwartung desolater GKV- Finanzen. Doch in der Zwischenzeit beträgt das Finanzpolster der gesetzlichen Krankenkassen 27 Milliarden Euro mit steigender Tendenz. Gegen diesen Zwangsrabatt hatten sich Pharmaunternehmen mehrfach gewehrt, weil bei den Krankenkassen keine Notlage zu erkennen sei.

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