Aids-Bericht: Immer weniger Kinder stecken sich mit HI- Virus an


Zwar leben mittlerweile so viele Menschen wie nie zuvor mit dem Aids- Erreger in ihrem Körper. Trotzdem ist die Zahl der Neuansteckungen in den vergangenen Jahren um gut 20 Prozent zurückgegangen. Besonders bei Kindern werden deutlich sinkende Zahlen verzeichnet.

Die Krankheit Aids gehört weiterhin zu den gefährlichsten Krankheiten auf dieser Welt. Dennoch hat die Infektion viel von ihrem Schrecken verloren. Zwar ist Aids noch immer nicht heilbar, aber schon sehr gut therapierbar. Im vergangenen Jahr haben sich weltweit 2,5 Millionen Menschen mit dem HI- Virus angesteckt. Das sind immerhin 20 Prozent weniger wie noch vor 10 Jahren. Ein deutlich stärkerer Rückgang von mehr als 33 Prozent wurde bei neu infizierten Kindern festgestellt.

Junge Menschen stecken sich noch zu oft an

Nach aktuellen Berichten des Aids/HIV- Programms der Vereinten Nationen UNAIDS sind die Neuansteckungen bei Kindern auf etwa 330.000 zurückgegangen, wie es in dieser Woche in der US- amerikanischen Stadt Washington hieß. Aber es gibt auch weniger gute Nachrichten. Besonders junge Leute zwischen 15 und 24 Jahren stecken sich besonders häufig mit dem Virus an. Gut ein Viertel der Neuansteckungen geht auf diese Altersgruppe zurück.

Allein im Jahr 2011 haben sich pro Tag etwa 2400 Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahren mit dem HI-Virus angesteckt. Des Weiteren werden aber auch immer öfter Therapien genutzt. Im vergangenen Jahr wurden acht Millionen Menschen mit der Krankheit Aids behandelt. Im Jahr zuvor waren es nur 1,6 Millionen und 2003 gar nur 400.000. Bis zum Jahr 2015 wollen die Vereinten Nationen mindestens 15 Millionen Aidskranke behandeln.

Unterstützung der internationalen Gemeinschaft stagniert

Die Kosten für die Therapien tragen die jeweiligen Länder jedoch selbst. Allerdings zeigt der Bericht auch, dass 80 Länder die Ausgaben für Therapien gegen Aids in den letzten fünf Jahren um gut 50 Prozent erhöht haben. Die Länder Russland, Brasilien, Südafrika, China und Indien haben ihre Ausgaben in den letzten fünf Jahren sogar verdoppelt. Die finanzielle Unterstützung der internationalen Gemeinschaft ist in den letzten fünf Jahren mit etwa 6,7 Milliarden Euro stabil geblieben.

Vor allem durch fortschrittliche Therapien hat die Krankheit Aids viel von ihrem Schrecken verloren. So hegen Experten die Hoffnung, dass Aids bei Kindern in ungefähr drei Jahren verschwunden sein könnte. Kritik wurde auch wieder an der Stigmatisierung von Aids- Kranken geübt. So sind viele Menschen noch immer nicht in der Lage, von ihrem Partner sicheren Sex zu fordern, wie es in dem Bericht heißt.

Kosten für Therapien gesunken

Auch die Kosten für Therapien konnten dank günstiger Generika gesenkt werden. Kostete eine Therapie vor gut 10 Jahren noch 8000 Euro, sind die Kosten heute auf gut 80 Euro pro Therapie gesunken. Trotzdem bekommt die Hälfte aller Infizierten noch immer keine Medikamente gegen die Krankheit. Im vergangenen Jahr sind etwa 1,7 Millionen Menschen an Aids gestorben, 2005 waren es noch 2,3 Millionen.

Mit 34 Millionen Menschen leben aber so viele Personen wie nie zuvor mit dem Virus in ihrem Körper, weil neuen Therapien das Leben der Betroffenen deutlich verlängern. In Zentral- und Westeuropa leben etwa 1,5 Millionen Menschen mit dem Virus, 17.000 von ihnen sollen Kinder unter 15 Jahren sein. Weltweit gibt es 3,4 Millionen infizierte Kinder, neun von zehn leben südlich der Sahara bzw. in Afrika.

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