Ärztemangel: Erste Strategien werden in der Praxis getestet


Der Ärztemangel auf dem Land wird immer gravierender. Zwar gibt es erste Studien und Projekte, doch bis sich diese deutschlandweit umsetzen lassen können noch Jahre vergehen. Besonders weil Ärzte und Krankenkassen sich nicht einigen können.

Schon länger wird über dem Ärztemangel auf dem Land gesprochen. Zum ersten Mal werden nun konkrete Vorschläge macht, wie man dem Ärztemangel auf dem Land begegnen könnte. So gehen die gesetzlichen Krankenkassen davon aus, dass es bald der Vergangenheit angehören könnte, dass Ärzte in Arztpraxen Einzelkämpfer sind.

Erste Studie zur Telemedizin

So gibt es eine erste Studie, wo Patienten aus der Ferne behandelt werden. So stehen die entsprechenden Geräte wie Waage, EKG und Blutdruckmessgerät in der Wohnung des Patienten. Eingelesen werden die entsprechenden Daten in der Berliner Charité. Der Mediziner behandelt den Patienten dann per Telefon.

Was sich wie Zukunftsmusik anhört, könnte schon bald Realität werden. Die Studie zur Telemedizin wird gerade im Bundesland Brandenburg getestet. Doch worauf müssen sich Patienten bei einem Ärztemangel genau einstellen?

Noch zu viele Einzelpraxen

Würde man den gesetzlichen Krankenkassen freie Hand lassen, würde sich in Deutschland wohl eine Menge ändern. Derzeitig gibt es noch etwa 82.000 Einzelarztpraxen, dem gegenüber stehen nur 20.000 Gemeinschaftspraxen und 1800 medizinische Versorgungszentren. Doch der Trend geht eher zu den Gemeinschaftspraxen.

Das einzige Problem: Der Nachwuchs scheut oft den vollen Einsatz inklusive der Überstunden und der wirtschaftlichen Verantwortung. Das größte Problem in Deutschland sind aber die Hausarztpraxen. Nur gut 50 Prozent der Hausärzte die heute in Rente gehen, finden auch einen Nachfolger. Zudem sind mehr als 65 Prozent der Medizin- Absolventen Frauen. Für sie hat Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen höhere Priorität als bei Männern. Viele wollen keine Arztpraxis in Vollzeit übernehmen.

Erste Projekte in Sachsen- Anhalt

Noch hält sich der Ärztemangel in Deutschland in Grenzen, vornehmlich herrscht Ärztemangel in ländlichen Regionen vor. Doch in den kommenden Jahren werden zehntausende Mediziner in den Ruhestand gehen. Daher fordern viele Experten eine Reform. So sollen sich die Ärzte in den Städten zusammen tun und von dort aus mobil das Land versorgen.

An einigen Tagen der Woche könnte ein Hausarzt vor Ort sin, die restlichen Tage ein Facharzt. Ein erstes Projekt gibt es bereits in Sachsen- Anhalt. Hier gibt es Arztpraxen die von der Kassenärztlichen Vereinigung betrieben werden. Ein Dienstplan regelt wann welcher Arzt vor Ort ist. Auch pensionierte Mediziner machen hier mit.

Bessere Strukturen versprochen

Trotz dieser Strategien wird der Ärztemangel immer größer und Patienten müssen immer weitere Wege zurücklegen um einen geeigneten Arzt zu finden. Auch werden diese Änderungen Jahre brauchen bis sie umgesetzt werden können. Ein weiteres Problem ist natürlich auch der Streit um das liebe Geld. So geben die Krankenkassen ihr Geld nicht mit vollen Händen aus und verwiesen gern auf die Überschüsse der Praxen und merkwürdige Abrechnungsverfahren.

Der Deutsche Hausärzteverband verspricht zumindest bessere Strukturen bei hausärztlichen Versorgung zu schaffen. Allerdings stoßen sie dabei immer wieder auf den Wiederstand der gesetzlichen Krankenkassen. Es bleibt zu hoffen, dass sich beide Seiten schnell einig werden, denn zu leiden hätten darunter nur die Patienten auf dem Land.

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