Viele Menschen in Deutschland wissen nichts von ihrer HIV-Infektion


Die Zahl der HIV-Infizierten in Deutschland steigt immer weiter an: Nach aktuellen Zahlen leben derzeitig etwa 78 000 Menschen in Deutschland mit der Krankheit Aids. Besonders besorgniserregend: Viele deutsche Bürger wissen offensichtlich gar nicht, dass sie den tödlichen Virus in sich tragen.

Besonders betroffen ist nach aktuellen Angaben des Berliner Robert Koch-Instituts (RKI) die Altersgruppe der über 40-Jahre alten Deutschen. Hier hat sich die Zahl derjenigen, die mit dem gefährlichen Virus leben, seit Anfang der 1990-er Jahre fast verfünffacht.

3400 Neuinfektionen pro Jahr

Der Grund hierfür ist aber nicht, dass sich vermehrt immer mehr Deutsche mit dem Virus infizieren. Denn die Zahl der HIV-Neuinfektionen bleibt von Jahr zu Jahr unverändert auf dem hohen Niveau von ungefähr 3400 Fällen pro Jahr.

Der Grund für die steigende Zahl ist optimistisch gesehen sogar ein Grund zur Freude: Dank des medizinischen Fortschritts seit Mitte der 1990-er Jahre können HIV- Infizierte in der heutigen Zeit viel länger und vor allem besser mit dem HI-Virus leben.

550 Tote in 2012

Je eher die Therapie beginnt, desto wirksamer ist sie letztendlich auch. Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung ist aber auch bei dieser Krankheit, dass der Infiziert von seiner Krankheit weiß. Umso erschreckender ist die Zahl der Menschen, die laut dem Berliner Institut noch nichts von ihrer tödlichen Infektion wissen: Insgesamt sind es etwa 14 000. Knapp jeder Vierte von ihnen hat sich erst im Laufe des letzten Jahres angesteckt, so das Institut

Seit Beginn der Aids-Epidemie Anfang der 1980er Jahre haben sich hierzulande schätzungsweise 94 000 Menschen mit dem gefährlichen Virus infiziert: Ungefähr 27 000 sind seit diesem Zeitpunkt an Aids gestorben. Auch im letzten Jahr lag die Zahl der Todesfälle mit etwa 550 unverändert sehr hoch.

Syphilis- Infektionen stoppen

Am meisten infizieren sich aber auch weiterhin homosexuelle Männer. Im letzten Jahr machten sie 74 Prozent aller Neuansteckungen aus. Sechs Prozent stecken sich aber auch durch intravenösen Drogenkonsum an. Laut dem Robert- Koch- Institut müssen insbesondere gefährdete Gruppen verstärkt für die Nutzung von Verhütungsmitteln wie Kondomen sensibilisiert werden.

Außerdem ist es nach aktuellen Angaben der Experten sehr wichtig, den starken Anstieg der Syphilis-Fälle in den letzten Jahren so schnell wie möglich zu stoppen. Die Geschlechtskrankheit begünstigt sowohl die Empfänglichkeit für den HI- Virus als auch die Übertragung des gefährlichen Virus.

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