Schlafkrankheit: Erstmals Gencode der Tsetsefliege komplett entschlüsselt


Die Schlafkrankheit, die von der Tsetsefliege übertragen wird, könnte bald besser und schneller geheilt werden. Forscher haben in jahrelanger Forschungsarbeit den Gencode der Tsetsefliege komplett entschlüsselt. Das könnte nicht nur den Menschen, sondern auch den Tieren helfen, denn die Tsetsefliege überträgt auch diverse Tierseuchen.

Forschern ist es offensichtlich gelungen, den Gencode der Tsetsefliege zu entschlüsseln, die in erster Linie für die Übertragung der Schlafkrankheit verantwortlich ist. Davon erhoffen sich die Wissenschaftler einen Durchbruch im Kampf gegen die für Menschen lebensgefährliche Krankheit und gegen Viehseuchen, die vor allem auf dem Kontinent Afrika südlich der Sahara ein nicht zu unterschätzendes Problem darstellen.

Bedeutender Fortschritt der Wissenschaft

Die ersten Ergebnisse der Wissenschaftler wurden nun in dem bekannten Magazin „Science“ zum ersten Mal veröffentlicht.

„Die Entschlüsselung der DNA der Tsetsefliege ist ein bedeutender wissenschaftlicher Fortschritt“, erklärte die Wissenschaftlerin Kostas Bourtzis, der einem gemeinsamen Expertengremium der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) und der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) angehört in einer ersten Stellungnahme.

Auslöser der Schlafkrankheit ist nicht die Fliege selbst

Die Entdeckung, die nach ziemlich genau zehnjähriger Forschungsarbeit gelang, öffne „den Weg zu einer wirksameren Kontrolle der Trypanosomiasis, was eine gute Nachricht für Millionen Viehzüchter und Landwirte im Subsahara-Afrika darstellt“, erklärte Bourtzis in der aktuellen Stellungnahme weiter.

Trypanosomiasis ist eine Gruppe von gefährlichen Krankheiten, zu denen auch die bekannte Schlafkrankheit gehört. Auslöser dieser Krankheit ist nicht etwa die Tsetsefliege selbst, wie man annehmen könnte, sondern ein Parasit, der von der Fliege übertragen wird.

Schlafkrankheit kann für Menschen tödlich enden

Der Parasit löst bei Tieren eine auch Nagana genannte Krankheit aus, die in vielen Fällen auch mit dem Tode endet. Sie beeinträchtigt in erster Linie die Fruchtbarkeit, Milchproduktion und Gewichtszunahme der Tiere, die zum Schluss viel zu schwach sind, um zum Pflügen oder Tragen von Lasten eingesetzt zu werden.

Menschen, die von der besagten Tsetsefliegen gestochen werden, können binnen weniger Stunden an der gefährlichen Schlafkrankheit erkranken, die ohne die richtige ärztliche Behandlung auch tödlich enden kann. Weder für Menschen, noch für Tiere gibt es einen Impfstoff gegen die Krankheit, da der Parasit das Immunsystem der Säugetiere gezielt umgehen kann.

Möglichkeiten der Bekämpfung deutlich verbessert

Laut der Wissenschaftlerin Bourtzis ist die aktuelle Bekämpfung der Krankheit nicht nur teuer, schwierig und gefährlich für die Tiere, da sie den Einsatz von Giftstoffen mit einschließt. Die Tsetsefliege tritt nur auf dem Kontinent Afrika auf. Auf der Insel Sansibar wurde sie in der Zwischenzeit schon ausgerottet, in Senegal und Äthiopien wurden ebenfalls Fortschritte gegen die Fliege verzeichnet.

Die Entschlüsselung der DNA der Fliege wird laut der Wissenschaftlerin Bourtzis die Forschung über Möglichkeiten zur Bekämpfung des Insekts jetzt deutlich beschleunigen und bei der Entwicklung neuer Strategien helfen, ohne kostspielige Arzneimittel und Pestizide auskommen.

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