Studien: Schichtarbeit macht krank und dumm


Wer lange Zeit in unterschiedlichen Schichten tätig ist, führt ständig ein Leben gegen die „innere Uhr“, gegen den natürlichen Bio-Rythmus. Dass hierdurch ein gesteigertes Risiko für körperliche Erkrankungen besteht, ist schon seit längerer Zeit bekannt, insbesondere kann die erhöhte Stressbelastung zum Herzinfarkt oder einem Magengeschwür führen. Vielen Betroffenen fällt auch das Schlafen zu unüblichen Zeiten sehr schwer. Nachtarbeiter leiden im Winter in vielen Fällen unter einem Mangel an Tageslicht.

Neue Studie zur Schichtarbeit veröffentlicht

Eine französische Studie, die im Fachblatt „Occupational and Environmental Medicine“ publiziert wurde, deutet nun darauf hin, dass auch das Gedächtnis sowie das Denkvermögen unter der Schichtarbeit leiden könnten.

Alterungsprozess wird durch Schichtarbeit massiv beschleunigt

Nach Angaben des Studienleiters Jean-Claude Marquié vom Forschungsinstitut CNRS in Toulouse entsprechen die Belastungen von zehn Jahren Schichtarbeit einem zusätzlichen Alterungsprozess von weiteren sechseinhalb Jahren.

Die Gruppe der Versuchspersonen umfasste 3000 Berufstätige aus Südfrankreich, die in verschiedenen Branchen arbeiteten. Die Probanden absolvierten in den Jahren 1996, 2001 und 2006 mehrere Tests, bei denen ihr Lang- und Kurzzeitgedächtnis, ihre Reaktionsfähigkeit und ihre allgemeinen kognitiven Fähigkeiten gemessen wurden. Die Teilnehmer waren zu Beginn der Untersuchungen 32 bis 62 Jahre alt, etwa die Hälfte von ihnen arbeitete im Schichtdienst.

Schichtarbeit in Deutschland weit verbreitet

Kein seltenes Problem: 2011 arbeiteten 60% der Arbeitnehmer in Deutschland in einem Schichtsystem, viele davon in permanentem Konflikt mit ihrem Bio-Rythmus. Die Folge können psychische Belastungen in Form von Nervosität, Niedergeschlagenheit oder auch körperliche Erschöpfung sein. Aber auch Rückenbeschwerden können ein Resultat von psychischem Stress sein.

Ein paar wichtigeTipps

Folgende Tipps können zumindest ein wenig Hilfestellung geben:

Durch regelmäßige Mahlzeiten verläuft auch die Verdauung regelmäßig. Abends sollte man auf schwere Kost verzichten. Es ist empfehlenswert regelmäßige Schlafenszeiten einzuhalten, natürlich immer entsprechend der jeweiligen Schicht. Anfangs-Uhrzeit und Ende-Uhrzeit sollten in derselben Schicht immer gleich sein. Mit der Zeit kann dann ein Gewöhnungseffekt eintreten. Wer tagsüber schläft kann versuchen, Licht und Geräusche so weit wie möglich auszusperren, Stichwort Ohropax und „Schlafmaske“. Wer Sport treibt sollte dies nicht vor der Spät- oder Nachtschicht tun, da man sonst zu erschöpft sein könnte.

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