Gene schuld an Herzerkrankungen


Einer neuen Studie nach gibt es eine Verbindung zwischen der Körpergröße und Herzerkrankungen. Demnach leiden kleinere Menschen häufiger an Erkrankungen der Herzkranzgefäße als größere Personen. Dabei handelt es sich aber nur um einen Risikofaktor.

Forscher veröffentlichten im „New England Journal of Medicine“ ihre Ergebnisse der Studie der Universität Leicester. Die Studie ergab, dass kleinere Menschen ein erhöhtes Risiko besitzen, an den Herzkranzgefäßen zu erkranken. Professor Sir Silesh Samani und sein Team haben die DNA von rund 200.000 Europäern analysiert. Die anschließende Auswertung ergab, dass eine genetische Verbindung zwischen einer geringeren Körpergröße und dem Risiko für koronare Herzerkrankungen besteht.

Je kleiner desto höher das Risiko

Pro 6,5 Zentimeter geringerer Körpergröße steigt das Erkrankungsrisiko um 13,5 Prozent. Die Studie ist grundsätzlich nicht neu. Bereits vor 60 Jahren ist US-Kardiologen aufgefallen, dass Personen, die vor dem 40. Lebensjahr am Herzen erkrankten, 5 cm kleiner waren als die Normalbevölkerung. Es ist damit schon länger bekannt, dass es einen Zusammenhang zwischen der Körpergröße und Herz-Kreislauf-Schwächen und Herzinfarkten gibt. Dem Team der Universität Leicester ist es jedoch erstmals gelungen, einen genetischen Beweis hierfür zu finden. „Man hat Teile von Genen gefunden, die für beides gemeinsam verantwortlich sind“, erklärt Professor Thomas Meinertz, Vorsitzender der Deutschen Herzstiftung.

Aber warum erkranken ausgerechnet kleinere Menschen?

Eine spezifische Ursache konnte von den Forschern nicht ermittelt werden. Der Einfluss des Body Mass-Indexes wurde von Samani ausgeschlossen. Das soll heißen, dass kleinere Menschen nicht häufiger an Herzkrankheiten leiden, weil ihr Körper weniger Platz für überflüssige Pfunde bietet und somit diese Kilos im viszeralen Fettgewebe ablagert. Diese Theorie schließt Samani aus. Es fiel hingegen der Zusammenhang zwischen dem LDL-Cholesterin und den Triglyzeridwerten auf. Diese Beziehung könnte 30 Prozent der Korrelation zwischen Körpergröße und der koronaren Herzkrankheit (KHK) erklären. Dennoch ließ sich auch durch eine „Stoffwechselweg“-Analyse nicht darlegen, worin diese Kausalität besteht.

Andere Risikofaktoren vermeiden

Laut dem medizinischen Direktor der britischen Herzstiftung, Professor Peter Weissberg, müssen sich kleine Menschen aber keine großen Gedanken machen. Zwar haben die Gene Einfluss auf die Risikofaktoren von Herzerkrankungen und somit sind kleinere Menschen statistisch gefährdeter für Herzinfarkte. Durch regelmäßigen Sport und bewusste Ernährung kann das Risiko minimiert werden. Wenig Bewegung und Rauchen bleiben ein hoher Risikofaktor für Herzerkrankungen – sowohl bei großen als auch bei kleinen Menschen.

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