Immer mehr Kleinkinder mit Nuckelflaschen- Karies


Bei Kindern und Jugendlichen geht das Zahnproblem Karies immer weiter zurück. Das größte Problem sind allerdings die Säuglinge und Kleinkinder aus sozial schwachen Familien. Hier tritt Karies fast vier Mal so oft auf wie bei Familien anderer Bildungsschichten. Daher fordern Zahnärzte frühere Vorsorgeuntersuchungen.

Im Alter kommt es schon öfter vor, dass sich Menschen ihre Zähne sanieren lassen. Für Kinder ist dies eher ungewöhnlich. Doch Zahnärzte schlagen Alarm, weil immer mehr Kleinkinder auf dem OP- Tisch landen um sich ihr Gebiss sanieren zu lassen, daher fordern Zahnärzte Vorsorgeuntersuchungen für Säuglinge.

So müssen bereits bei Kleinkindern im Alter von zwei bis drei Jahren Milchzähne gezogen und die Wurzeln gefüllt werden. Ein Hauptgrund dafür ist das mangelnde Wissen über Zahnpflege in sozial schwachen und bildungsfernen Haushalten, wie Experten betonen. 40 Prozent der Kinder in sozialen Brennpunkten haben bereits Karies.

Untersuchungen ab dem 30. Lebensmonat

In den anderen Schichten liegt die Quote bei gerade mal 10 bis 15 Prozent. Daher fordern Zahnärzte jetzt Vorsorgeuntersuchungen für Kleinkinder ab dem sechsten Lebensmonat. Im Moment sind sie ab dem 30. Lebensmonat vorgesehen. Bis dahin kontrollieren Kinderärzte die Zähne der Säuglinge und Kleinkinder.

Die gesetzlichen Krankenkassen erteilten der Forderung am Freitag dieser Woche bereits eine klare Abfuhr. Wie Kassenärztliche Bundesvereinigung in einer Stellungnahme erklärte, wird Karies immer mehr zu einer sozialen Erkrankung. Zahnärzte würden lediglich eine Polarisation beobachten hieß am Freitag weiter.

Schlechtes Wissen der Eltern

Wie es in der Stellungname der Kassenärztlichen Bundesvereinigung weiter heißt, haben viele Kinder richtig gute Zähne, aber nur sehr wenige Kinder richtig schlechte Zähne. Ein Grund für die negative Entwicklung ist häufig das schlechte Wissen der Eltern, besonders ist dies bei Migrantenfamilien zu beobachten.

Zum Beispiel füllen diese Eltern die Nuckelflaschen mit süßen Getränken, was auch ein Grund für frühen Karies ist. Eltern aus sozial schwachen Familien wissen zum Beispiel auch nicht, dass sie bereits bei Säuglingen die ersten Milchzähne mit fluoridhaltigen Pasten putzen müssen. Im Durchschnitt ist Karies bei Kindern und Jugendlichen in den letzten Jahren stark zurückgegangen.

Früherkennung weiter beim Kinderarzt

Nur bei den bis drei Jahre alten Kindern kann man noch keine Entwarnung geben, betonen die Zahnärzte. Die Krankenkassen lehnten frühere Vorsorgeuntersuchungen bei Kleinkindern mit der Begründung ab, dass sie nur in bestimmten Elterngruppen auftritt und nicht bei der gesamten Bevölkerung.

Daher sollten die klassischen Früherkennungsuntersuchungen weiter vom Kinderarzt durchgeführt werden, so die Krankenkassen. Immerhin kennt der Kinderarzt seine jungen Patienten nicht selten seit der Geburt an und kann so auch die Eltern früh aufklären und beraten.

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