HIV/Aids: Pro Tag 10 Neuansteckungen in Deutschland


Laut eines aktuellen Berichts des Robert- Koch- Instituts steigen die Zahlen von HIV- Neuansteckungen wieder an. Jeden Tag stecken sich in Deutschland etwa 10 Menschen neu mit dem Virus an. 550 Patienten verloren in diesem Jahr ihr Leben infolge von HIV.

HIV bzw. Aids ist in Deutschland schon seit Jahrzehnten ein Thema. Doch trotz anhaltender Aufklärung scheinen die Neuansteckungen nicht zu sinken, ganz im Gegenteil in diesem Jahr soll es wieder zu mehr Ansteckungen gekommen sein, wie das Berliner Robert- Koch- Institut jetzt mitteilte. Nach derzeitigen Schätzungen leben in Deutschland etwa 78.000 Menschen mit dem tödlichen Virus.

3400 Neuansteckungen in 2012

Pro Tag sollen sich in Deutschland etwa 10 Menschen neu mit dem Virus anstecken, so das Institut. Für das laufende Jahr geht das Institut von etwa 3400 Neuansteckungen aus. Die höchste Zahl der Neuansteckungen geht auf homosexuelle Männer zurück. Vor allem junge Schwule lösen den erneuten Anstieg aus.

Aber auch Syphilis ist wieder vermehrt auf dem Vormarsch, was wiederrum HIV- Infektionen begünstigt. Aber auch die Aufklärung wird immer schwieriger, da man immer häufiger von Therapieerfolgen zu lesen ist, so das Robert- Koch- Institut. Forscher des Instituts gehen auch davon aus, dass die Krankheit weniger ernst genommen wird als vor 20 Jahren.

20.000 pro Patient und Jahr

Und in der Zwischenzeit bleibt der Virus nicht in der Schwulenszene, es gibt genügend bisexuelle Männer, die ihre Neigung gegenüber Frauen verschweigen. Die erhöhte Risikobereitschaft führt dann dazu, dass die Ausbreitung des Virus nicht zu stoppen ist. Auch heute gibt es noch mehr Neuansteckungen, als Patienten therapiert werden.

Nach aktuellen Schätzungen des Robert- Koch- Instituts haben 550 Menschen in Deutschland im Jahre 2012 infolge von Aids ihr Leben verloren. Mindestens 50.000 Patienten werden derzeitig antiretroviral therapiert. Auch ist die Therapie nicht gerade kostengünstig. Etwa 20.000 Euro kostet eine HIV- Behandlung pro Patient und Jahr.