Gesundheitsreport: 40 Millionen Krankheitstage wegen Rückenleiden


Immer mehr Menschen leiden an Rückenschmerzen: Das ist das Ergebnis des aktuellen Gesundheitsreports der Techniker Krankenkasse. Demnach gehen 40 Millionen Krankheitstag auf Rückenbeschwerden zurück. Im Gegensatz dazu wurde kein weiterer Anstieg bei psychischen Erkrankungen registriert.

Rückenschmerzen haben im letzten Jahr in Deutschland ziemlich genau 40 Millionen krankheitsbedinget Fehltage verursacht. Das geht aus dem jetzt veröffentlichten Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse hervor.

Lange Erkrankungsdauer

Die hohen Fehlzeiten sind dabei in erster Linie auf die große Anzahl der Erkrankten und die oft sehr lange Erkrankungsdauer zurückzuführen, so die Krankenkasse in ihrem aktuellen Bericht.
Statistisch gesehen war im vergangenen Jahr jede zwölfte Arbeitnehmer wegen Rückenbeschwerden krankgeschrieben. Mit im Schnitt ziemlich genau 17,5 Tagen liegt die Dauer der Krankschreibung fünf Tage über dem Gesamtdurchschnitt aller Erkrankungen in Deutschland.

„Für einen mittelständischen Betrieb mit 60 Beschäftigten bedeutet das, dass pro Jahr fünf Angestellte für etwa zweieinhalb Wochen ausfallen und der Unternehmer drei Monatsgehälter auf das Konto „Rücken“ überweist“, erklärte die Krankenkasse in einer aktuellen Stellungnahme.

Junge Menschen kürzer krank

Sehr auffällig bei den Rückenschmerzen: Es sind hier mit einem fünfprozentigen Anteil an den Krankschreibungen bereits viele junge Menschen von dem Leiden betroffen, allerdings fehlen diese Mitarbeiter meistens nicht so lange am Arbeitsplatz, wie ältere Kollegen.

Da das Durchschnittsalter in den deutschen Unternehmen immer weiter deutlich steige, plädiert die gesetzliche Krankenkasse für mehr betriebliches und individuelles Gesundheitsmanagement. „Hier sind neben den Arbeitgeber auch die Krankenkassen und die Betroffenen gleichermaßen gefordert“, so ein Sprecher der Krankenkasse weiter.

Operation meistens nicht notwendig

Bewährt hat sich nach Angaben der gesetzlichen Krankenkassen das Modellprojekt „Zweitmeinung Rücken“. Im Rahmen des aktuellen Projekts der Krankenkasse können sich Versicherte vor einer eventuellen Rücken-Operation ausgiebig beraten lassen.

„In 80 Prozent der Fälle wurde den Patienten von der Operation als Behandlungsmethode abgeraten, so dass in den meisten Fällen langwierige Krankenhausaufenthalte vermieden werden konnten“, so die Krankenkasse in einer weiteren Stellungnahme.

Versorgungsberufe besonders stark betroffen

Besonders betroffen von Rückenbeschwerden sind wie nicht anders zu erwarten Berufe, in denen schwer körperlich gearbeitet wird: Im Durchschnitt 5,1 Fehltage pro Kopf verzeichnen Berufe in der Ver- und Entsorgungsbranche, 4,7 Tage sind es im Tiefbau und 4,1 Tage in Pflegeberufen.

Aber auch weitere Berufe, in denen sich die Angestellten kaum bewegen (zum Beispiel Berufskraftfahrer) oder in den meisten Fällen einseitige Bewegungen ausführen, verzeichnen viele Krankheitstage wegen Rückenleiden.

4,1 Millionen Versicherungsdaten ausgewertet

Insgesamt hat die Zahl der Fehltage wegen Rückenbeschwerden in den vergangenen Jahren weder deutlich zu- noch abgenommen. Zum ersten Mal seit dem Beginn der Gesundheitsberichterstattung der Techniker Krankenkassen im Jahr 2000 wurde auch keine Zunahme der Fehlzeiten wegen psychischer Erkrankungen registriert.

Grundlage des Gesundheitsreports sind die Krankschreibungen von ziemlich genau 4,1 Millionen Versicherte bei der Techniker Krankenkasse.

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