Zeckenbiss: Neurologen raten wegen FMSE auf jeden Fall zur Impfung


Zecken übertragen die gefährliche Krankheit FMSE. FMSE kann in Extremfällen auch bis zum Tod führen. Neurologen raten Menschen, die in Risikogebiete reisen sich auf jeden Fall gegen die Krankheit impfen zu lassen. Gegen Borreliose gibt es leider bis heute keine Impfung, hier sollte man trotzdem vorsichtig sein und seinen Körper nach dem Aufenthalt in der freien Natur nach Zecken absuchen.

Große Teile von Süddeutschland zählen in der Zwischenzeit zu den Regionen, in denen Zecken die gefährliche Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen können. Dies gilt in erster Linie auch für die Länder Österreich, die Schweiz, viele osteuropäische und die skandinavischen Länder.

Schutz greift erst 14 Tage nach der Impfung

Doch Urlauber können sich durch eine Impfung vor der Krankheit schützen. Neurologen raten aus diesem Grund, sich vor einer Reise in riskante Gebiete rechtzeitig impfen zu lassen.

Erst 14 Tage nach der zweiten Impfung sei für maximal zwölf Monate ein Schutz gegeben, erklärte auch Frank Bergmann vom Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN) in der westdeutschen Stadt Krefeld. Je nach Impfstoff könne die zweite Injektion erst ein bis drei Monate nach der ersten Impfung erfolgen.

Impfung garantiert 99 prozentigen Schutz

Wer mehr als 12 Monate vor der Krankheit FSME geschützt sein will, sollte sich nach ungefähr neun bis zwölf Monaten eine weitere Impfung verabreichen lassen. Deren Schutzwirkung hält nach aktuellen Angaben des Berliner Robert Koch-Instituts (RKI) mindestens 36 Monate.

Nach einer Dreifach- Impfung könne bei 99 Prozent der Geimpften mit einem vollständigen Schutz vor der Krankheit FSME gerechnet werden, so das Berliner Institut in einem aktuellen Bericht. Die Ständige Impfkommission empfiehlt außerdem die FSME-Impfung Personen, die in den Risikogebieten Zecken ausgesetzt sind oder dort leben.

Infektion kann auch zum Tod führen

FSME äußert sich in erster Linie als erstes mit Fieber, Kopfschmerz, Erbrechen und Schwindel. Ein bis drei Wochen nach Abklingen der besagten Symptome erleben zehn Prozent der Erkrankten wiederholte Beschwerden, in einigen wenigen Fällen fallen diese Menschen sogar ins Koma.

Schwere Erkrankungsverläufe mit Lähmungserscheinungen und Bewusstseinsstörungen sind allerdings eher die Seltenheit, in noch selteneren Fällen kann die Infektion auch tödlich sein.

400 FMSE- Fälle in 2013

2013 wurden in der Bundesrepublik Deutschland ungefähr 400 FSME-Fälle registriert. Im Jahr zuvor gab es mindestens 195 gemeldete Erkrankungen, 2011 waren es noch 424 Erkrankungen. In den meisten Jahren davor lag die Fallzahl zwischen 200 bis 300 Fällen mit der Ausnahme von dem Jahr 2005 (432 Erkrankungen) und 2006 (546 Erkrankungen).

Keine Impfung gibt es gegen die ebenfalls von Zecken übertragene Krankheit Borreliose. Der Mediziner Bergmann empfiehlt aus diesem Grund, den Körper nach jedem noch so kurzem Aufenthalt in der freien Natur in riskanten Gebieten gründlich nach den Parasiten abzusuchen und sie umgehend aus der Haut zu entfernen.

Nach Zeckenbiss sofort zum Arzt

Die kleinen Tierchen sitzen besonders gern im Haaransatz, unter den Achseln, im Schambereich und auch in den Kniekehlen. Die Krankheit Borreliose macht sich nur in etwa 50 Prozent der Fälle mit einer typischen, sich ringförmig ausbreitenden Rötung an der Bissstelle bemerkbar.

Bei Kindern und Jugendlichen zeigt sich in vielen Fällen eine blau-rote, zur Kugel geschwollene Veränderung der Haut. Nach einem Zeckenbiss gehen Betroffene am besten auf der Stelle zu einem Arzt, rät der Experte zum Abschluss.

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