Aktuelle Studie: Psychische Folgen für Unfallopfer werden oft unterschätzt


Überdurchschnittlich viele Unfallopfer in Deutschland leiden besonders unter psychischen Erkrankungen, weil diese in den meistens Fällen nicht rechtzeitig erkannt werden. Außerdem müssen Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung auch zu lange auf einen geeigneten Therapieplatz warten. Ein halbes Jahr Wartezeit sind hier oft keine Seltenheit.

Ein Verkehrsunfall ist in der Regel eine schreckliche Sache. Knochenbrüche, Prellungen und Schnittwunden verheilen meistens sehr schnell. Doch die Psyche des Menschen leidet meistens deutlich länger unter einem Verkehrsunfall. Die psychischen Wunden werden in Deutschland oft übersehen.

Einer aktuellen Untersuchung zufolge leidet etwa jedes vierte Verkehrsunfallopfer an psychischen Folgeerkrankungen wie Angst, Depressionen oder einer posttraumatischen Belastungsstörung. Diese müssen nicht zwangsläufig direkt nach einem Unfall entwickeln, sondern können auch erst Monate später auftreten.

Psychische Unfallfolgen werden oft zu spät erkannt

Die Wissenschaftler hatten 200 schwer verletzte Unfallteilnehmer zwei Mal befragt. Einmal bei Einlieferung ins Krankenhaus und zum zweiten Mal sechs bis 12 Monate nach dem Unfall. Typische Symptome bei Unfallopfern sind oft Alpträume, Gereiztheit, innere Unruhe aber auch Teilnahmslosigkeit.

Psychische Unfallfolgen sind keine Seltenheit und sind vor allem für die Opfer ein leidvolles Problem. Die Behandlung dieser Unfallfolgen kommt allerdings oftmals zu kurz. Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen die fehlende Sensibilität des Krankenhauspersonals. Zum anderen lassen sich psychische Erkrankungen 2 Wochen nach dem Unfall noch nicht feststellen.

Opfer geraten in vielen Fällen einen Teufelskreis

Mediziner müssen dennoch das Problem erkennen, wenn ein Patient keine Familie mehr hat und mit dem Problem allein da steht oder wenn er bereits psychisch krank war. Leider ist das Krankenhauspersonal für so etwas nur in den seltensten Fällen ausgebildet. Schuld daran sind auch die Einsparungen im Gesundheitswesen. Verkürzte Krankenhausaufenthalte machen es auch immer schwerer psychische Erkrankungen festzustellen.

Somit ist auch für die Patienten schwieriger einen Therapieplatz und einen Entschädigung zu bekommen. Das alles stellt für Betroffene einen Teufelskreis da. Die Opfer fühlen sich dann meistens der Situation ausgeliefert und ungerecht behandelt. Gerade das Gefühl der Hilflosigkeit und des Ausgeliefert seins begünstigen psychische Erkrankungen.

Ein halbes Jahr Wartezeit

Besondern Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen müssen lange auf einen geeigneten Therapieplatz warten. Sechs Monate oder gar mehr sind hier keine Seltenheit. Eine erfolgreiche Therapie hängt vor allem davon ab, wie schnell die Krankheit erkannt und behandelt wird.

Viele Unfallopfer setzen sich vor Angst vor einem weiteren Unfall nicht mehr hinters Steuer. Im Laufe der Zeit kann dieses Verhalten verkrusten und es ist dann umso schwerer diesen Patienten zu therapieren.

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