Adipositas: Operation meist letzter Ausweg


Immer mehr Menschen lassen sich in Deutschland wegen ihrer Fettleibigkeit operieren. Die meisten Patienten sind allerdings Frauen. Die Operationen haben zwischen 2008 und 2012 um 64 Prozent zugenommen. Schuld ist unsere ungesunde Lebensweise.

Der Teil der übergewichtigen Menschen in Deutschland nimmt seit Jahren immer weiter zu. Für viele dieser Menschen ist eine Operation der letzte Ausweg, um wieder ein normales Leben zu führen. Magenverkleinerung und Magentrend liegen hierzulande immer mehr im Trend. Schuld daran ist unsere ungesunde Lebensweise.

Laut der Krankenkassen DAK hat die Zahl der operativen Eingriffe bei fettleibigen Menschen einen neuen Höchststand erreicht. Allein bei dieser Krankenkasse wurden im vergangenen Jahr 669 Operationen mit Magenballon, Magenband und Magenverkleinerung abgerechnet. Der Trend setzt sich auch in diesem Jahr fort, wie die Krankenkasse erklärte.

3,6 Millionen Euro für Eingriffe

In erster Linie sind es Frauen, die trotz Sport und Ernährungsumstellung ihr Gewicht nicht unter Kontrolle bringen können und sich somit unters Messer legen. Zwischen den Jahren 2008 und 2012 haben Eingriffe dieser Art um 64 Prozent zugenommen. Die Ausgaben haben sich in dieser Zeit verdoppelt. 2008 gaben die Krankenkasse noch zwei Millionen Euro für Eingriffe aus 2012 waren es dann schon 4,6 Millionen Euro.

Auch die Kosten pro Eingriff stiegen stark an, 2008 musste die Krankenkasse pro Operation durchschnittlich 5000 Euro zahlen im ersten Halbjahr 2013 waren es dann schon 7500 Euro. Auch dies ist ein Plus von 50 Prozent. Ursache ist laut der Krankenkasse die komplexeren Eingriffe, wenn zum Beispiel ein Magen verkleinert wird und nicht nur ein Magenband eingesetzt wird.

Bgeleiterkrankungen senken Lebenserwartung

Doch nicht nur das viel zu hohe Gewicht stellt ein Problem dar, denn Menschen mit Übergewicht haben auch ein großes Risiko an Begleiterkrankungen zu erkranken. So erkranken sie oft an Diabetes und Bluthochdruck, wodurch ihre Lebenserwartung drastisch sinkt. Nach einer Operation verlieren diese Patienten schnell an Gewicht und auch die Begleiterkrankungen nehmen ab.

Nachteil dieser Operationen, sie erfordern eine lebenslange Nachsorge. Die Hochburgen dieser Operationen waren im vergangenen Jahr Hamburg und Berlin. In den beiden größten Städten Deutschlands lagen die operativen Eingriffe deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt. 2012 kamen auf 100.000 Versicherte in Berlin und Hamburg 41 bzw. 33 Operationen von übergewichtigen Patienten. Der Bundesdurchschnitt lag hingegen bei 12.

2,5 Millionen Menschen mit operativem Gewicht

Das führt die Krankenkasse auf Spezialkliniken in Berlin und Hamburg zurück, die auch Patienten aus dem Umland aufsuchen. Die Statistik zeigt auch, dass sich vor allem Frauen unters Messer legen. 81 Prozent der Operationen wurden im ersten Halbjahr 2013 an Frauen durchgeführt. Eigentlich sind zwar Männer dicker als Frauen, aber Frauen gehen eher zum Arzt um sich behandeln zu lassen.

Aktuellen Schätzungen zufolge haben hierzulande 2,5 Millionen Menschen ein operatives Gewicht. Zwar nehme die Zahl der Übergewichtigen kaum zu, doch die Zahl der krankhaft Übergewichtigen nimmt derzeitig drastische Züge an, so der chirurgische Leiter des Adipositaszentrums der Universitätsklinik Hamburg Eppendorf.

BMI von über 40 über 5 Jahre

Der Grund hierfür liege in unserer Lebensweise. Viele Menschen essen deutlich zu viel, bewegen sich aber zu wenig. Wenn der Trend sich fortsetzt, ersticken wir an unserem Fett, betont der Mediziner. Doch nicht jeder kann sich ohne weiteres gleich unters Messer legen. Im Vorfeld müssen einige Vorrausetzungen erfüllt sein.

So müssen Methoden wie Ernährungs- Bewegungs- oder Verhaltenstherapie gescheitert sein, erklärt die Krankenkasse DAK. Zudem müssen Adipositas- Patienten einen BMI- Wert von über 40 haben und diesen über einen Zeitraum von mindestens 5 Jahren. Bei einer Frau mit einer Größe von 170cm wären das 117 Kilogramm. Ein normaler BMI liegt zwischen 20 und 24.

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