Trisomie- Tests bei Schwangeren in Deutschland offensichtlich beliebt


Vor einigen Jahren wurde in der Bundesreublik Deutschland der umstrittene Trisomie- Test für schwangere Frauen nach Abschluss der 9. Schwangerschaftswoche erfolgreich zugelassen. Über das Für und Wieder dieses Bluttests streiten Experten schon seit mehreren Jahren. Auf der einen Seite wird von Diskriminierung von behinderten Personen gesprochen und auf der anderen Seite soll es eine Entscheidungshilfe für schwangere Frauen sein. Zugegeben, die Entscheidungshilfe ist nicht gerade billig.

Seit einiger Zeit gibt es einen Bluttest zur Früherkennung von Krankheiten von Ungeborenen. Der so genannte Trisomie- Bluttest wurde von Lifecodexx entwickelt. Seit seiner Einführung ist er heftig umstritten. Einerseits stellte eine Diskriminierung von behinderten Menschen da, auf der anderen Seite ist er aber auch eine Entscheidungshilfe für Schwangere.

Test kann bereits nach Beendigung der 9. Schwangerschaftswoche in Anspruch genommen werden

Bei dem Bluttest kann der Praena- Test beim ungeborenen Kind die Trisomien 21, 18 und 13 entweder ausschließen oder bestätigen. Seit seiner Markteinführung wurde der Test schon tausendfach durchgeführt. Mehr als die Hälfte der Bluttests wurden in Deutschland durchgeführt.

Ab der 9. Schwangerschaftswoche kann der Bluttest bei Schwangeren durchgeführt werden. Allerdings ist der Test mit derzeitig genau 825 Euro recht teuer und muss von der Patientin in der Regel aus der eigenen Tasche bezahlt werden. Der Frauenarzt nimmt seiner Patientin Blut ab und sendet die Probe dann in das Labor von Lifecodexx.

Zwei weitere Test in den Vereinigten Staaten auf den Markt

Dort wird dann das Erbgut des Kindes untersucht, was sich auch im Blut der Mutter befindet. Die Experten schauen im Labor, ob ein bestimmtes Chromosom im Erbgut des Kindeserhöht ist. Leidet das Kind zum Beispiel unter dem Down- Syndrom ist das 21. Chromosom gleich dreifach vorhanden. Körperliche Auffälligkeiten und verminderte Intelligenz sind typisch für Menschen mit dem Down- Syndrom.

Aber in der Zwischenzeit gibt es auch weitere Test, die werdende Mütter durchführen lassen können. Zum einen der Panorama- Test der Firma Natera und Amedes und zum anderen der Harmony- Test von Ariosa. Beide Tests kamen aber erst Anfang des vergangenen Jahres auf den Markt.

Druck auf Schwangere wird immer größer

Beide Tests werden aber in den USA ausgewertet. Die Genauigkeit der Tests liegt bei etwa 99 Prozent. In der Zwischenzeit gibt es in den USA auch Unternehmen, die bis zu 80 Parameter im Blut testen können. Dazu gehören Gen- Defekte wie auch chronische Erkrankungen wie Rheuma oder Asthma.

Sollten diese Tests in der Zukunft auch nach Deutschland kommen, könnte der Druck auf schwangere Frauen zu groß werden, ohne Test ein krankes Kind zu gebären, zumindest befürchten das viele Kritiker. Die deutsche Firme Lifecodexx wiederspricht dieser Annahme aber energisch.

Es kann trotzdem zu Krankheiten beim Kind kommen

Immerhin sind die Tests risikofrei für Mütter und Kind. Außerdem hat die Gesellschaft einem Test dieser Art zugestimmt. Außerdem waren 99 Prozent aller Tests bis heute unauffällig. Wären schwangere Frauen im Gegensatz dazu invasiv getestet wurden, hätte so manche Patientin mit einer Fehlgeburt zu kämpfen gehabt, heißt es weiter.

Ein unauffälliges Ergebnis beim Trisomie- Test heißt nicht unbedingt, dass das Kind auch gesund zur Welt kommt. In vier Prozent aller Fälle liegt eine erblich bedingte Krankheit beim Neugeborenen vor. Weitere Erkrankungen können auch bei Komplikationen während oder nach der Geburt hervorgerufen werden. Der Test liefert zudem nur eine begrenzte Menge an Informationen.

3 Kommentare
  1. walterhatra@gmail.com'

    Walter Hannemann

    17. März 2014 at 00:00

    Ich bin Vater eines Kindes mit einer Trisonomie 21 und ich möchte als Erstes darauf hinweisen, dass es sich hierbei NICHT um eine >>Krankheit<< handelt. Grippe und Rheuma sind z.B. Krankheiten; eine Trisonmie ist ganz einfach nur ein genetischer Fehler, ein Gen ist drei, anstatt zwei mal vorhanden.

    Und zu dem Töten von ungeborenen Menschen kann ich nur sagen, seht Euch mal als Beispiel meine Tochter an! Eine liebenswerte, ausgeglichene Person von mittlerweile 27 Jahren. Zur Zeit schwer verliebt, ansonsten mit Wünschen und Bedürfnissen wie jeder andere Mensch. Eine Fröhlichkeit die schon "ansteckend" wirkt! Selten traurig, geht gerne zur Arbeit, aber noch lieber nach der Arbeit, wieder nach Hause. Schminkt sich gerne, hat gerne schöne Bekleidung an, ist eitel, manchmal eine Zicke, ist kurz gesagt eben eine ganz normale junge Frau! Mit einem kleinen, aber GANZ WICHTIGEM Unterschied:
    Nach der 9. Schwangerschaftswoche meiner Frau mi meiner lieben, netten, ausgeglichenen, eitlen, zickigen …… usw. usw. …………………… hätten wir Jessica vollkommen straffrei ermorden dürfen!

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  2. dmm@eyetalk.de'

    Dirk

    17. März 2014 at 13:04

    Mord steht allgemein für ein vorsätzliches Tötungsdelikt, dem gesellschaftlich ein besonderer Unwert zugeschrieben wird – lt. Wikipedia. Und NEIN, Sie hätten das Kind nicht straffrei ERMORDEN dürfen!!

    Insofern kein sehr sachlicher/hilfreicher Kommentar, denn werdende Eltern, die einen solchen Test in Erwägung ziehen, als potentielle Mörder zu titulieren, geht doch irgendwie an der Realität vorbei. Ebenfalls einfach so zu tun, als sei T.21 etwas ganz Normales, völlig Unauffälliges, ja praktisch gesellschaftlich Anerkanntes, geht doch an den Tatsachen und der Lebensrealität völlig vorbei. Ich erlebe ja schon schwierige Diskussionen bei einem so vergleichsweise einfachen Thema, wie der gemeinsamen Grundschule für behinderte und nicht behinderte Kinder.

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  3. gibtesnicht@hatnieexistiert.de'

    Mario

    18. März 2014 at 06:32

    Naja, an der Definition Mord ist nicht wirklich was falsches dran oder? Ich würde es eher ausselektieren in unserer Leistungsgesellschaft nennen.
    Leider ist es eine schwierige Entscheidung aber da von Schwerstbehindert bis Universitätsabschluss alles drin ist würde ich nicht allein wegen des Tests ein Urteil fällen. Es kann bei „normalen“ Kindern früher oder später die selbe Bandbreit annehmen, was dann?

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