Krankenkassen rutschen erstmals in die roten Zahlen


Die Krankenkassen haben in den ersten neun Monaten dieses Jahres über 760 Millionen Euro Miese eingefahren. Dies spielt den Krankenkassen sehr in die Karten, da sie alle samt im kommenden Jahr einen Zusatzbeitrag erheben wollen. Im Durchschnitt dürfte dieser bei 0,9 Prozent liegen.

In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres haben die gesetzlichen Krankenkassen ein Minus von ziemlich genau 763 Millionen Euro erzielt. Grund für die angeblichen roten Zahlen sind vor allem Rückzahlungen und freiwillige Leistungen an die gesetzlich Versicherten. Der deutsche Bundesgesundheitsminister Gröhe spricht von einer stabilen Finanzsituation.

16 Milliarden Euro Rückstellungen

Diese Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben gehe in erster Linie darauf zurück, dass die gesetzlichen Krankenkassen ihre Versicherten über Rückzahlungen und freiwillige Leistungen an ihren hohen Finanzreserven beteiligt hätten, teilte das Bundesgesundheitsministerium am Mittwoch der laufenden Woche in der Stadt Berlin mit.

Die Krankenkassen haben rund 16 Milliarden Euro an Rückstellungen angehäuft. Im Gesundheitsfonds, in den Beitrags- und Steuergelder fließen, werden zum Jahresende Reserven von ziemlich genau 12,6 Milliarden Euro erwartet. Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) nannte die Finanzsituation dennoch stabil.

Zusatzbeiträge werden erhoben

Aufgrund der neuen finanziellen Situation der gesetzlichen Krankenkassen rechnen viele Experten mit Zusatzbeiträgen bei den Krankenkassen. Im Durchschnitt wird ein Zusatzbeitrag von 0,9 Prozent erwartet, was auch der Beitragssenkung zum Jahreswechsel entsprechen würde.

Aktuellen Angaben des Gesundheitsministeriums zufolge wollen nur 20 gesetzliche Krankenkassen unter diesem Beitragssatz bleiben. Bis Weihnachten müssen alle Krankenkassen ihren Beitragssatz bekannt geben. Den Angaben zufolge wird es wohl keine Krankenkasse geben, die keinen Zusatzbeitrag erhebt.

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