Gesetzliche Krankenversicherung verlangt Reformen für mehr Hausärzte


Gibt es nun einen Ärztemangel oder nicht? Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung verneint diese Frage. So gebe es lediglich 100 Hausärzte zu wenig, aber deutlich zu viele Fachärzte. Doch dieser Trend wird sich fortsetzen, weil sich viele Medizinstudenten gegen die Allgemeinmedizin entscheiden.

Schon in der Vergangenheit war abzusehen, dass der Ärztemangel vor allem auf dem Land immer gravierendere Züge annehmen wird. Die gesetzlichen Krankenkassen warnen nun davor, dass sie Lücken bei den Hausärzten in Zukunft noch größer werden könnten. Die Krankenkassen fordern aus diesem Grund in erster Linie den Abbau der Spezialisierung im Medizinstudium und eine bessere Bezahlung der Hausärzte im Vergleich zu Fachärzten.

Optimale Versorgung mit 100 Prozent

Aber gibt es den Ärztemangel wirklich? Wie der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung in einer Stellungnahme erklärt, gibt es derzeitig keinen Ärztemangel, denn es gibt so viele zugelassene Ärzte wie nie zuvor. Dem entgegenstehen allerdings die Zahlen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Demnach gibt es derzeitig 2600 freie Hausarzt- und 2000 freie Facharztstellen.

Droht nun doch eine Unterversorgung? Hier gibt der Spitzverband aber abermals Entwarnung. Bei der Berechnung wird von einer optimalen Versorgung ausgegangen, diese ist bei 110 Prozent pro Planungsbezirk erreicht, dabei reichen auch 100 Prozent. Rechnet man als mit 100 Prozent, so fehlen nur 100 Hausärzte und man hätte sogar einen Überschuss bei den Fachärzten, so der Spitzenverband weiter.

Stärkere Ausrichtung des Studium an der Versorgung

Das Problem ist viel mehr die Verteilung, so gibt es in der Stadt deutlich mehr Ärzte als auf dem Land. Zudem wird es in Zukunft deutlich mehr Fachärzte als Hausärzte geben. Das beweisen auch die Zahlen der Bundesärztekammer. Schaut man sich die Medizinabschlüsse aus dem Jahr 2012 an, haben sich gerade Mal 10Prozent für die Allgemeinmedizin entscheiden. Nötig wären aber mindestens 40 Prozent.

Daher fordert der Spitzenverband schon während der Ausbildung eine stärkere Ausrichtung des Studiums an der Versorgung, zum Beispiel durch Pflichtpraktika in Hausarztpraxen. Geht es nach den gesetzlichen Krankenkassen kann die Unterversorgung in ländlichen Gebieten nur abnehmen, wenn die Überversorgung auch in den Städten abnimmt.

Ärzte sorgen selbst für höhere Honorare

Zudem sollten für die Mediziner mehr Anreize geschaffen werden, ihre Praxis auf dem Land zu eröffnen. Dies könnte zum Beispiel durch Ausschluss am Notdienst oder durch ein Anstellungsverhältnis geschehen. Eigentümer der Arztpraxen sollten dann die Kassenärztlichen Vereinigungen sein.

Doch die sind nicht wirklich gut zusprechen auf den Spitzenverband. Denn der Spitzenverband vertritt die Meinung, Ärzte würden selbst für höhere Honorare sorgen, durch unsachgemäße Dokumentation ihrer Arbeit. Wenn die Ärzteschaft mehr oder schwerwiegende Krankheiten aufschreiben und meldet, steigt insgesamt das Honorar, die die Krankenkassen an die Mediziner überweisen und das nutzen viele Mediziner aus.

Morbiditätsrate verändern

Daher ist es völlig unhaltbar, schwerwiegende Diagnosen aufzuschreiben, nur um mehr Geld zu verdienen. Aus diesem Grund fordert der Spitzenverband von der Bundesregierung neue Bedingungen zu schaffen.

So soll die Morbiditätsrate nicht anhand der Aufzeichnung der Mediziner errechnet werden, sondern viel mehr von einer unabhängigen Institution, wie zum Beispiel dem Robert- Koch- Institut. Aber das lehnen die Kassenärzte natürlich ab.

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