Experten warnen: Krankenkassen sollten Zusatzbeiträge nicht künstlich niedrig halten


Experten der gesetzlichen Krankenversicherung warnen die gesetzlichen Krankenkassen davor, die Zusatzbeiträge künstlich niedrig zu halten. Dadurch könnten einige gesetzliche Krankenkassen schnell in finanzielle Schieflage geraten. Experten gehen im kommenden Jahr von einem durchschnittlichen Zusatzbeitrag in Höhe von 0,9 Prozent aus.

Experten haben in einer aktuellen Stellungnahme die gesetzlichen Krankenkassen davor gewarnt, die in Zukunft von ihnen selbst erhobenen Zusatzbeiträge zulasten der eigenen Reserven künstlich auf einem niedrigen Stand zu halten.

Die Zusatzbeiträge der gesetzlichen Krankenkassen sollten sich auf Dauer am tatsächlichen Finanzbedarf orientieren, hieß es am Abend des vergangenen Dienstag in Kreisen der gesetzlichen Krankenkassen.

Beitragssatz sinkt

Fachleute gehen in der Zwischenzeit davon aus, dass der vom Bundesgesundheitsministerium jährlich prognostizierte durchschnittliche Zusatzbeitrag in den nächsten Jahren deutlich steigen wird, so dass eine künstliche Deckelung durch einzelne gesetzlicher Krankenkassen schnell zu finanziellen Schieflagen führen werde.

Die Bundesregierung senkt den aktuellen allgemeinen Beitragssatz zum 1. Januar des kommenden Jahres von 15,5 auf 14,6 Prozent des Bruttoeinkommens. Die gesetzlichen Krankenkassen haben dann allein die Möglichkeit, einen allein von den Versicherten zu zahlenden Zusatzbeitrag zu bestimmen.

Zusatzbeitrag bei durchschnittlich 0,9 Prozent

Die Bundesregierung will damit mehr Wettbewerb zwischen den einzelnen gesetzlichen Krankenkassen schaffen. Das Gesundheitsministerium prognostizierte für das kommende Jahr einen durchschnittlichen Zusatzbeitrag der Krankenkassen von 0,9 Prozentpunkten.

Die meisten gesetzlichen Krankenkassen wollen die Höhe ihres Zusatzbeitrags im Dezember des laufenden Jahres bekanntgeben. Lediglich die AOK Plus hat ihren Zusatzbeitrag bereits festgelegt, dieser wird aktuellen Angaben zufolge bei 0,3 Prozent liegen. Damit sparen die Versicherten immer noch 0,6 Prozent, was einer Ersparnis von 12 Euro pro Monat bei einem Einkommen von 2000 Euro ausmachen würde.

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