Ersatzkassen warnen vor Risiken bei neuer Herztherapie


Der Verband der Ersatzkassen warnt vor einem neuen Verfahren zum Einsetzen er Aortenklappen. Das neue Verfahren bürgt auch große Gefahren, daher sollten diese Eingriffe nur von Kliniken mit herzchirurgischer Abteilung durchgeführt werden, was in der Vergangenheit nicht immer der Fall war.

Die Ersatzkassen von Deutschland haben eine aktuelle Warnung herausgegeben. Dieses Mal warnen die Krankenkassen vor Gefahren durch starke Steigerungen bei einer noch jungen Therapieform für Patienten mit Herzbeschwerden. Der starke Anstieg bürge natürlich auch Risiken, warnte der Verband der Ersatzkassen.

9000 Eingriffe mehr

Die Ersatzkassen spielen damit auf zehntausende Eingriffe bei nicht mehr korrekt funktionierenden Aortenklappen zwischen Hauptschlagader und Herz an. Neben der traditionellen Operation, bei der der Brustkorb geöffnet wird, gibt es seit kurzem auch ein alternatives Verfahren, das so genannte TAVI- Verfahren. Hierbei wird die Ersatzklappe per Katheter eingeführt.

Seit dem Jahr 2008 stiegen die Eingriffe von 529 auf 9685 im Jahr 2012. Dies meldete kürzlich der Report zur Krankenhausqualität. Die Zahl der Eingriffe durch die herkömmliche Operation sank in diesem Zeitraum leicht von 11.205 auf 10.324 ab. Der Verband der Ersatzkassen vertritt unter anderem die Krankenkassen Techniker Krankenkasse, Barmer GEK und die DAK Gesundheit.

Richtlinien unter Umständen nicht eingehalten

Die TAVI- Methode war für ältere Patienten entwickelt worden, bei denen ein normaler Eingriff zu riskant ist. Der Verband der Ersatzkassen bezweifelt allerdings, dass diese Richtlinie von den Krankenhäusern immer eingehalten wird. Die starke Steigerungsrate sei über die kurze Zeit medizinisch nicht zu erklären, so der Verband.

Will ein Krankenhaus das neue Verfahren anwenden, sollte auch eine herzchirurgische Abteilung vorhanden sein. Sollten Komplikationen nach der Operation auftreten, könnte der Patient nur so gerettet werden. Im vergangenen Jahr haben aber 18 Kliniken diese Operation durchgeführt, ohne dass so eine Abteilung vorhanden war.

Sehr gute Ergebnisse durch das neue Verfahren

Die Ersatzkassen wollen in Zukunft die geltenden Standards durch eine Ausweitung geeigneter Vereinbarungen mit den Krankenhäusern verbessern. In Fachkreise wird schon seit geraumer Zeit über die neue Methode sehr heftig diskutiert. Hierzulande hat sich die neue Methode im Vergleich zu anderen Ländern am schnellsten und am stärksten etabliert.

Kritiker nehmen an, dass dies auch an der besseren Vergütung der TAVI- Methode liegen könnte. Aktuelle Studien zeigen aber auch sehr gute Ergebnisse von dem neuen Verfahren.

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