Elektronische Gesundheitskarte: Alle wichtigen Fragen und Antworten


Warum wird die elektronische Gesundheitskarte eingeführt?

Im Jahr 2003 hatte die rot- grüne Bundesregierung die Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung beschlossen, dies schloss die elektronische Gesundheitskarte mit ein. Durch die neue Karte sollen Kosten eingespart werden.

Welche Daten sind auf der Karte gespeichert?

Wie bei der alten Krankenversicherungskarte auch, sind bei der elektronischen Gesundheitskarte die Stammdaten des Versicherten hinterlegt wie Name, Adresse, Geburtstag und Geschlecht. Zusätzlich wird die Krankenversicherungsnummer, der Versicherungsstatus auf der Karte gespeichert. Zudem ist auf der Vorderseite das Bild des Versicherten zu sehen.

Warum enthält die neue Karte ein Foto?

Das Lichtbild des Versicherten soll vor Missbrauch schützen. Die Ärzte sind dazu aufgefordert worden, anhand des Bildes die Identität des Versicherten zu überprüfen. Ausgenommen von der Fotopflicht sind Versicherte unter 15 Jahren und Personen, die bei Erstellung des Bildes nicht mitwirken können, wie bettlägerige Patienten.

Hat die Karte auch Vorteile für die Versicherten?

Einen zusätzlichen Nutzen hat die Karte auf ihrer Rückseite. Hier können die gesetzlichen Krankenkassen die Europäische Krankenversicherungskarte aufdrucken lassen. Dadurch bekommen die Versicherten auch im europäischen Ausland unbürokratisch medizinische Hilfe.

Was passiert in Zukunft?

Ein Mikroprozessor soll es dann ermöglichen, sensible Daten zu verschlüsseln und zu schützen. Außerdem können die Daten regelmäßig online aktualisiert werden. Dadurch muss keine neue Karte angefordert werden, wenn ein Versicherter einmal umzieht.

Speichert die Karte auch medizinische Informationen?

Es sollen auch Notfalldaten auf der Karte gespeichert werden, wie zum Beispiel Allergien, Blutgruppe, Arznei- und Impfdokumentationen, Informationen zur Organspende- Bereitschaft und eine elektronische Patientenakte.

Wer kann diese Daten abrufen?

Um die Daten lesen zu können benötigt der Patient einen PIN. Der behandelnde Arzt benötigt ein Heilberufsausweiß mit eigenen PIN. Erst wenn die Karte und der Arztausweiß im Lesegerät stecken und beide Parteien den PIN eingegeben haben, können die Daten ausgelesen werden.

Wie sicher sind die Daten?

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung betont, dass die Karte den aktuellen Vorgaben des Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik und des Bundesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit entspricht. Zudem wird die Karte einmal im Jahr überprüft und bei Bedarf den neuen Richtlinien angepasst.

Kann ich nicht einfach meine alte Karte behalten?

Leider nein, laut dem Gesundheitsministerium ist es nicht möglich die neue Karte zu boykottieren, weil die gesetzlichen Krankenkassen verpflichtet sind, den Versicherten mit der elektronischen Gesundheitskarte auszustatten.

Werden Versicherte auch ohne elektronische Gesundheitskarte behandelt?

Ein Mediziner darf der Behandlung nur in begründeten Fällen wiedersprechen. Es gilt hier das gleiche Prinzip wie bei Kartenverlust. Der Mediziner kann aber verlangen, binnen von zwei Wochen einen Versicherungsnachweis vorzulegen, sonst kann er die erbrachte Leistung als privat abrechnen.

Ein Kommentar
  1. christopher.schultz@gmx.de'

    Chris

    15. November 2013 at 15:33

    Das ist nicht ganz richtig so.

    Die Daten sind ja hochsiebel — und werden auf einem Server gespeichert, nicht nur auf der Karte. Sprich: Meine Krankenakte liegt dann „in der Cloud“ und zum Abruf bereit.

    Verrückt, oder? Natürlich KANN das gar nicht ganz sicher sein. Bei solch einem Datenpool wollen so einige gerne reinschauen. Jede Verschlüsslung wurde bisher geknackt.

    Ich finde es schlimm, dass hier zu wenig berichtet wird. Und dass man als Bürger kein Recht auf selbsbestimmte Informationsfreiheit mehr hat.

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