Zu viele Betten: Krankenkassen fordern Schließungen von Krankenhäusern


In Deutschland gibt es nach Ansicht der gesetzlichen Krankenkassen zu viele Krankenhäuser. Aus diesem Grund drängen die Krankenkassen darauf einige Kliniken zu schließen. Die Krankenhausgesellschaft hält aber relativ wenig von diesem Vorstoß.

Trägern Geld anbieten

Derzeitig steht eine umfassende Reform des Kliniksektors an. Den Krankenkassen zufolge dürfte auch nicht vor Schließungen von Krankenhäusern Halt gemacht werden. Nach Ansicht der Krankenkassen gebe es zu viele Kliniken in Deutschland, daher sei der Abbau der Überkapazitäten überfällig, so ein Sprecher des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung.

Träger die Interesse an Schließungen zeigen, sollten angesprochen und ihnen Geld zur Verfügung gestellt werden, so der Sprecher weiter. Umstrukturierungshilfen für Krankenhäuser und Kliniken, die für eine gute Versorgung nicht mehr nötig sind, dürften nicht länger ein Tabu sein, fordert der Spitzenverband.

Zu viele Krankenhäuser in Ballungszentren

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung spielt dabei nicht etwa auf Kliniken auf dem Land an, sondern viel mehr auf kleinere Krankenhäuser in Ballungszentren. So verfügt das Bundesland Nordrhein- Westfalen zum Beispiel über 401 Krankenhäuser. Die Fläche und Einwohnerzahl kommt etwa der Niederlande gleich. Hier gibt es allerdings nur 132 Kliniken.

Außerdem fordert der Spitzenverband, dass die Krankenkassen nicht mit allen 2000 Krankenhäusern Verträge schließen sollen, ohne dabei die Qualität der einzelnen Kliniken im Blick zu haben. In Zukunft sollen Krankenkassen mit ausgewählten Krankenhäusern Direktverträge abschließen.

Zu viele Falschabrechnungen

Weitere Reformansätze sieht der Spitzenverband in der unzuverlässigen Finanzierung der Investitionskosen durch die Bundesländer, den zweifelhaften Anstieg von bestimmten Operationen, die immer weiter absinkende Qualität und nicht zuletzt der ungebremste Anstieg der Ausgaben.

Falsche Abrechnungen, durch denen den Kliniken ungefähr zwei Milliarden Euro entgingen, müssen zudem finanzielle Konsequenzen für die Krankenhäuser haben. Zum jetzigen Zeitpunkt bietet man den Kliniken einen regelrechten Anreiz zu Falschabrechnungen.

Patienten stehen nicht mehr im Mittelpunkt der Versorgung

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung hat der Bundesregierung ein aktuelles Papier mit genau 14 Reformvorschlägen zukommenden lassen. So bemängelte der Spitzenverband, dass der Versicherte im Moment nicht mehr im Mittelpunkt der Versorgung stünde.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft kritisierte hingegen den Vorstoß des Spitzenverbandes. Die Vorschläge führen zu einer schlechteren Versorgung der Patienten, roten Zahlen in noch mehr Krankenhäusern und zu einem höheren Rationalisierungsdruck zulasten der Angestellten.

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