Psychische Erkankungen: Gesundheitspolitiker empfiehlt Bier- Therapie


Rowdy cheerMal wieder sorgt ein Politiker für negatives Aufsehen. So empfahl der mächtigste Mann des Gesundheitswesen Patienten mit psychischen Störungen anstatt zum Therapeuten zu gehen, eine Bier- Therapie zu nutzen. Nach einen Sturm der Entrüstung versucht der Politiker nun zurückzurudern.

Immer mehr Menschen in Deutschland leiden unter Stress, dieser resultiert aus Job und Familie. Bei den meisten Menschen schlägt der Stress bald in Krankheit um und sie erkranken nicht selten an psychischen Störungen. Doch anstatt einen Therapeuten aufzusuchen, empfiehlt der Gesundheitspolitiker der CDU, Josef Hecken, zu einer Biertherapie.

Wie die Nachrichtenseite „Spiegel Online“ am Mittwoch der laufenden Woche erklärte, fiel der Vorschlag des Politikers bei einer öffentlichen Sitzung des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung. Wie der Politiker erklärte, braucht nicht jeder Patient gleich einen Therapeuten, manchmal reicht auch eine Flasche Bier.

Inoffizielles Sitzungsprotokoll

Der CDU- Politiker ist Vorsitzender des Gemeinsamen Bundesausschusses und ist somit der mächtigste Mann im deutschen Gesundheitswesen. Das Gremium aus Medizinern, Krankenkassen, Krankenhäusern und Patienten entscheidet welche Leistungen von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden müssen.

Dies gilt natürlich auch für alle psychotherapeutischen Leistungen. Wie es in dem Bericht weiter heißt, war die Forderung nach mehr Kassensitzen für Psychotherapeuten der Auslöser für seine unqualifizierte Bemerkung. Dies geht laut der „Bild“- Zeitung aus einem inoffiziellen Sitzungsprotokoll hervor.

22.800 Psychotherapeuten

Nach aktuellen Angaben der Bundespsychotherapeutenkammer arbeiten derzeitig 22.800 Psychotherapeuten in Deutschland. Die Wartezeit beträgt für den ersten Termin im Moment durchschnittlich 12,5 Wochen, auf dem Land sogar 14,5 Wochen.

Wie es in dem Bericht von „Spiegel Online“ weiter heißt, kursiert unter den psychotherapeutisch arbeitenden Psychologen ein Protestbrief gegen die Bemerkung des CDU- Politikers. „Sie bagatellisieren und ignorieren mit ihrer Bierflaschen- Metapher die Not unserer Patienten und stigmatisieren subtil Personen mit schweren psychischen Problemen“, heißt es in dem Protestbrief.

Zur Neutralität verpflichtet

Eigentlich ist der CDU- Politiker als unparteiischer Vorsitzender eingesetzt, was ihn zu Neutralität verpflichtet, wie auch Dieter Best, Bundesvorsitzender der Deutschen Psychotherapeutenvereinigung findet.

Best hält es auch für sehr problematisch, dass sich die 54 Jahre alte Hecken bei der Frage nach einem ungehinderten Zugang von Patienten zu Psychotherapeuten nicht neutral verhält und einen Besuch ohne vorherige Überweisung ablehnt.

Politiker rudert zurück

Auch im Internet hat die Äußerung des Politikers schon eine Welle von kritischen Kommentaren ausgelöst. In der Zwischenzeit hat der Politiker versucht die Wogen zu glätten und verteidigte seine Äußerung. Er bezeichnete sie auf direkte Nachfrage als missverständlich.

Der Politiker wollte als Privatperson eigentlich ein altes und überliefertes Hausmittel gegen Einschlafstörungen empfehlen. Zudem läge es dem CDU- Politiker fern, psychische Erkrankungen zu verharmlosen oder für Alkoholgenuss als probate Alternative zu werben.

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