Masern: Bahr prüft Zwangsimpfung


Das Thema Masern sorgt in Deutschland weiter für Aufregung. Nun denkt die Politik über eine Impfpflicht bei Kindern nach, bevor sie in den Kindergarten kommen. Übernehmen sollen dies die Gesundheitsämter.

Wie wir heute bereits berichteten, ist nur jedes dritte Kind gegen Masern geimpft. Der Bundesgesundheitsminister überprüft nun, ob es eine Zwangsimpfung gegen Masern in Deutschland geben kann. Besonders junge Eltern sehen oft nicht die Notwendigkeit dieser Impfung ein.

Da sich in den vergangenen Monaten die Fälle von Masern drastisch erhöht haben, prüft nun der Bundesgesundheitsminister, Daniel Bahr, Möglichkeiten einer Impfpflicht gegen Masern. Bis heute wurden in diesem Jahr schon 1070 Fälle von Masern registriert. Die meisten Fälle gab es in Bayern (478), dicht gefolgt von Berlin mit 400 Fällen.

2012 gerade mal 150 Fälle

Das stellt einen rapiden Anstieg zum Vorjahr da, da waren es lediglich 150 Fälle. Masern sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden, sie sind hoch ansteckend und können auch zum Tode führen. Erst kürzlich war ein 14 Jahre alter Junge an den Spätfolgen der Maserninfektion gestorben.

Der Minister will nun nichtgeimpfte Kinder vom Unterricht ausschließen, wenn es zu einem erneuten Masernausbruch kommt. Bis heute gilt diese Regelung nur für bereits erkrankte Kinder. In Zukunft sollen alle Kinder geimpft werden, bevor sie in den Kindergarten kommen. Erfolgen soll die Impfung durch die Gesundheitsämter.

Nutzen höher als Risiko

Zudem soll über eine Zwangsimpfung nachgedacht werden, wenn die Impfquote sich nicht binnen eines Jahres verbessert, so Johannes Singhammer, Unionsfraktionsvize in einem Interview mit der „Rheinischen Post“. Auch der Gesundheitsexperte der SPD, Karl Lauterbach, spricht sich für die Impfung aus: Der Nutzen der Impfung übersteigt deutlich die Risiken und Nebenwirkungen, erklärte er der „Süddeutschen Zeitung“.

Nebenwirkungen der Impfung können zum Beispiel Rötungen, Schmerzen und Schwellungen sein. Diese resultieren allerdings fast immer auf die Injektion und nicht auf den Wirkstoff. Weitere unerwünschte Reaktionen auf die Impfung können allergische Reaktionen oder Atemwegserkrankungen sein. Aber auch hier müssen die Nebenwirkungen nicht durch den Impfstoff bedingt sein.

Masern selbst in Afrika fast ausgerottet

Nebenwirkung der Impfung sind lediglich die so genannten Impfmasern. Diese können in fünf Prozent aller Impfungen und noch 10 Tage nach der Impfung auftreten. Doch warum sind so wenige Kinder ausreichend geimpft? Fragt man die Eltern, so bekommt man Antworten wie: Skepsis gegenüber der Pharmaindustrie, kein Vertrauen in die Schulmedizin oder die Prüfung von alternativmedizinischen Methoden.

Daher wurde es in Deutschland noch nicht geschafft, die Masern auszurotten. Um dies zu erreichen, müssten sich 95 Prozent der Deutschen gegen Masern impfen lassen. In Finnland und Afrika sind die Masern fast komplett ausgerottet. Hier kommt es nur noch vereinzelt zu einer Masernerkrankung, während in Deutschland gleich mehrere Kinder auf einmal an Masern erkranken.

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