Berufstätige Eltern haben nicht mehr Stress als Kinderlose


Kinder und Karriere? Für die meisten jungen Menschen zwar vorstellbar, doch den meisten fehlt der Mut. Die meisten bekommen ihr erstes Kind erst mit Ende 20, Akademiker sogar noch später, aus Angst beides nicht unter einen Hut zu bekommen, dabei sind Eltern nicht gestresster als Kinderlose, wie eine Studie jetzt bestätigte.

Karriere machen und gleichzeitig auch noch Kinder großziehen? Für viele klingt das nach Stress pur. Doch die meisten Menschen um die 25 Jahre trauen sich das zu, doch nur die wenigsten setzen es dann auch um. Eine neue Studie der Krankenkasse DAK könnte jungen Menschen jetzt Mut machen. Demnach fühlen sich Eltern und Kinderlose gleichermaßen gestresst.

Zu viele Entscheidungen für junge Menschen?

Besonders in der Altersspanne zwischen 20 und 40 Jahren müssen junge Menschen heute mehr wichtige Entscheidungen treffen, als noch vor 20 Jahren. In dieser Zeitspanne müssen die jungen Menschen heute ein Haus bauen, Kinder kriegen und auch noch Karriere machen. Doch selbst wenn das Kind kriegen wegfällt, bleibt der Stress gleich wie die Studie der Krankenkasse bestätigt.

Gerade die Angst vor Überforderung führt oft dazu, dass viele Paare ihren Kinderwunsch immer weiter nach hinten verschieben. Die Zeitspanne zwischen 20 und 40 wird von Experten gern auch als „Ruhhour des Lebens“ bezeichnet. Dass sich der Kinderwunsch immer weiter nach hinten verschiebt zeigt auch die Geburtenstatistik.

Erstes Kind erst mit 29

Bekommen Paare in den 1970er Jahren ihr Kind noch mit durchschnittlich Mitte 20, liegt der Durchschnitt in der heutigen Zeit bei 29 Jahren. Studierte warten in der Regel noch länger bis sie ein Kind bekommen, um erst einmal im Berufsleben Fuß zu fassen. Meistens fühlen sie sich dann schon zu alt für ein Kind oder es bleibt bei einem Sprößling.

Durch diese Einstellung hat Deutschland auch die niedrigste Geburtenrate in ganz Europa. Die aktuelle Statistik zeigt zwar, dass Menschen sich mit Mitte 20 zutrauen Karriere zu machen und gleichzeitig ein Kind zu kriegen, doch die wenigsten ziehen es dann wirklich durch, aus Angst vor zu viel Stress, doch Kinderlose sind genauso gestresst wie Eltern, dies könnte jungen Paaren jetzt Mut machen.

Männer optimistischer

Männer sind dabei optimistischer als Frauen. 66 Prozent der Männer glauben daran, dass sie Job und Familie unter einen Hut bringen könnten, bei den Frauen sind es hingegen nur gut 50 Prozent. Noch pessimistischer sind jüngere Frauen, so glauben nur 33 Prozent dass sie den Spagat zwischen Job und Privatleben schaffen.

Zwar hätten auch jüngere Frauen gern ein Kind, doch die wenigsten wagen auch diesen Schritt. Die meisten jungen Menschen rechtfertigen diesen Schritt damit, weil sich in der Familienpolitik nichts Positives getan habe. Ein Drittel glaubt sogar, dass die Lage schlechter sei als vor 2009.

Der Job erstmal wichtiger

Doch der Hauptgrund, warum Menschen nicht schon mit Mitte 20 ein Kind bekommen wollen ist, weil sie erst einmal im Job vorankommen wollen. Ab 30 fehlt dann den meisten Menschen in Deutschland zum Kinderkriegen der richtige Partner. Die Grundvoraussetzung um ein Kind groß zu ziehen ist eine stabile Partnerschaft, so die Meinung vieler Befragter.

Allerdings setzten auch 66 Prozent ein sicheres und stabiles Einkommen für das Kinderkriegen voraus. Ein großes Problem ist in Deutschland auch, dass es an der kinderfeindlichen Arbeitswelt fehlt. So sind Betriebskindergärten, Notfallbetreuung und bessere Karrierechancen für Frauen in Deutschland noch immer eher die Seltenheit, so die Krankenkasse.

Alter Rollenbild

Gut 50 Prozent der Mütter mit Vollzeitjob sind verärgert, denn ohne Kind stünden sie wahrscheinlich schon viel weiter oben auf der Karriereleiter. Bei den Vätern sind es weitaus weniger, das liegt aber daran, daas sich das deutsche Rollenbild aus den 50er Jahren weiter hartnäckig hält, Vater arbeitet Vollzeit, Mutter nur Teilzeit.

Experten sprechen sich dafür das, dass junge Menschen ihre Kinder bereits im Studium kriegen sollten, denn sind die Kinder bereits im Grundschulalter, wenn die Eltern in den Job einsteigen und somit gibt es dann weniger Organisationsprobleme. Einige Experten schlagen auch vor, erst nach der Elternphase, mit Anfang 40, ein Studium zu beginnen, dann bleibt noch genügend Zeit Karriere zu machen.

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