Unfallopfer haben laut Untersuchung oft psychische Folgeerkrankungen


Es leiden viel mehr Menschen unter psychischen Störungen nach einem Verkehrsunfall, als bis jetzt angenommen. Zu diesem eindeutigen Ergebnis kam nun eine aktuelle Studie im Auftrag der Bundesanstalt für Straßenwesen.

Ungefähr jedes vierte Unfallopfer leidet an psychischen Folgeerkrankungen. Das hat eine aktuelle Untersuchung der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) jetzt ergeben. Typische Erkrankungen sind der aktuellen Studie zufolge Angst, Depression oder eine Posttraumatische Belastungsstörung.

65 Prozent der Unfallopfer leiden unter psychischen Störungen

Psychische Erkrankungen entwickeln sich oft ziemlich schnell nach einem Autounfall, können aber auch erst viele Monate später auftreten. Besonders betroffen sind den aktuellen Angaben zufolge Patienten mit einer psychischen Vorbelastung. Für die aktuelle Untersuchung wurden mehr als 200 schwer verletzte Frauen und Männer in erster Linie zu Beginn ihres Krankenhausaufenthaltes sowie sechs bis zwölf Monate nach dem Unfall detailliert befragt.

Ziemlich genau ein Drittel der befragten Personen litt sowohl zu Beginn der stationären Behandlung als auch ein Jahr nach ihrem Unfall an Ängsten und gut ein Viertel an depressiven Störungen, teilt die BASt mit in einem aktuellen Bericht mit.

Früherkennung deutlich verbessern

Bei jeweils 50 Prozent von ihnen seien die Beschwerden so stark ausgeprägt, dass von einer ernstzunehmenden Störung ausgegangen werden müsse. Posttraumatische Belastungsstörungen wurden für mehr als 65 Prozent der untersuchten Personen zum Problem. Hinsichtlich der Schwere und Dauer der Symptome ist davon auszugehen, dass jeder Vierte nach dem Unfall psychisch krank wird.

Nach Ansicht der Bundesanstalt muss die Früherkennung psychischer Folgeerkrankungen bei Verkehrsunfallopfern deutlich verbessert werden. Nur auf diesem Weg lasse sich eine rechtzeitige und gezielte Therapie sicherstellen, die für einen Behandlungserfolg entscheidend sein kann. Dazu müssten in erster Linie behandelnde Mediziner und das Pflegepersonal für psychische Auffälligkeiten deutlich besser sensibilisiert werden.

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