Studie: Senioren bei Risikoentscheidungen schnell überfordert


rentnerJugendliche zwischen 12 und 17 Jahren und Menschen ab 65 Jahren gehen ein geringeres Risiko ein, als Menschen zwischen 21 und 50 Jahren. Das hat eine US- amerikanische Studie herausgefunden. Bei der Verlustrechnung hingegen gehen Senioren gern ein höheres Risiko ein.

Riskante Entscheidungen trifft niemand gerne, doch mit zunehmenden Alter zeigen die Menschen große Unselbstständigkeit. Wie jetzt eine aktuelle Studie ans Tageslicht brachte, haben besonders Senioren große Probleme damit riskante Entscheidungen zu treffen, wenn es um mögliche Gewinne geht.

320 Entscheidungen

Ähnlich wie bei anderen kognitiven Fähigkeiten wird auch die Entscheidungsfähigkeit im Alter deutlich schlechter. Dies haben Wissenschaftler der Yale School of Medicine in New Haven im US- Bundesstaat Connecticut im Rahmen einer Studie herausgefunden. Die Neurobiologen untersuchten die Risikobereitschaft von 135 Probanden im Alter von 12 bis 90 Jahren.

Alle Probanden mussten 320 Entscheidungen über Gewinne und Verluste treffen. Den Probanden wurden folgende Entscheidungsmöglichkeiten zur Auswahl gestellt: Ein garantierter Gewinn von fünf Dollar, eine Art Lotterie mit einer Chance auf einen größeren Gewinn von acht Dollar oder eine Niete.

Senioren zurückhaltender

Die Testreihe über Verlust war ebenso aufgebaut. So mussten sich die Probanden entscheiden, ob sie fünf Dollar verlieren oder alternativ mehr oder gar nichts verlieren wollten. Durch die hohe Zahl der Entscheidungen konnten die Wissenschaftler außerdem Rückschlüsse auf die Entscheidungskonstanz schließen.

Die Testteilnehmen jenseits der 65 Jahre verhielten sich bei der Gewinnentscheidung zurückhaltender und wählten in vielen Fällen den garantierten Gewinn. Anders sah es bei den 30 bis 50 Jahre alten Testpersonen aus. Bei der Verlustreihe waren die Senioren aber deutlich risikofreudiger. Sie verloren etwa 40 Prozent mehr ihres Spieleinsatzes als andere Altersgruppen.

Risikobereitschaft gleicht einem „U“

Die US- amerikanischen Wissenschaftler sehen darin einen deutlichen Hinweis auf eine im Alter zunehmende Unselbstständigkeit in der Entscheidungsfindung und zudem eine deutliche Verschlechterung der Entscheidungsfähigkeit. Dies hängt in erster Linie auch mit der Abnahme der kognitiven Fähigkeiten zusammen.

Zudem kamen die Wissenschaftler durch die Studie zu dem Schluss, dass die Risikobereitschaft über das komplette Leben hinweg einem „U“ gleicht. Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren und ältere Menschen ab 65 Jahren gehen ein deutlich geringeres Risiko ein als Erwachsene zwischen 21 und 50 Jahren.

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